Agilität bei der Menschenentwicklung?

Ende letzten Jahres habe ich einen Vortrag zum Thema das „Agile Manifest“ genießen dürfen. Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2001 durch verschiedene Softwareentwickler wird das Thema Agilität in verschiedenen Coaching Veranstaltungen immer wieder intensiv diskutiert. Meine eigene Fachbereichsleiterin in der MEYER Akademie formulierte das Thema Agilität in einem Bericht zu ihrer eigenen Qualifizierung in der Coaching Akademie.
Agilität beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, flexibel, aktiv, anpassungsfähig und mit Initiative in Zeiten des Wandels und Unsicherheit zu agieren.
Die Verfasser dieses Manifestes veränderten ihre Betrachtungsweisen und Schwerpunkte hinsichtlich ihrer Aufgaben und Arbeiten. Dies führte zu interessanten Überlegungen.
Im Kern ging es bei den Gegenüberstellungen um die Priorisierung bei verschiedenen, für wichtig erachteten Werten. Was ist im Manifest enthalten?

  • Individuen und ihr Zusammenspiel und ihre Zusammenarbeit sind mehr im Fokus als Prozesse und Handwerkszeuge.
  • Funktionierende Werkzeuge (in diesem Fall Software) sind wichtiger statt mit viel Aufwand verständliche Dokumentationen zu entwickeln.
  • Mehr und intensivere Kooperation mit den Kunden sind wichtiger als sich hauptsächlich auf Vertragsverhandlungen zu konzentrieren.
  • Die bereitwillige schnelle Anpassung an Veränderungen ist bedeutsamer als die strikte möglicherweise unflexible Planausführung.

Zwar betrachteten die Verfasser auch die als zweites genannten Werte als wichtig und richtig, doch die zuerst genannten waren nachhaltiger und wichtiger. Mich hat der Gedanke nicht losgelassen ob dieser gedankliche Prozess nicht auch ein Statement bzw. Modell für ein modernes Personalentwicklungsmanagement sein könnte?
Wir konzentrieren uns sehr darauf Menschen zu einem qualifizierten Schulabschluss, zu einem Studium oder zu einem erfolgreichen Abschluss einer Facharbeiterausbildung zu befähigen. Ich empfinde das auch als extrem gut und wichtig. Dies ist immer noch die Eintrittskarte in eine gute Zukunft. Doch noch wichtiger ist es das wir qualifizierte, selbstbewusste, verantwortlich handelnde Individuen entwickeln. Mit diesen Fähigkeiten helfen sie sich selber, uns allen und den Betrieben.
Deshalb möchte ich einfach folgende Überlegungen und Gegenüberstellungen im Sinne einer Agilität anstellen:

  • Wir erschließen immer bessere Methoden, um Menschen individuell zu entwickeln, statt lediglich exzellente Lehrpläne zu absolvieren.
  • Wir helfen Menschen zu erkennen, was sie individuell werden können und nicht nur wie sie unsere Anforderungen erfüllen.
  • Die individuelle Menschenentwicklung und die Erlangung von Selbstbewusstsein und dem Gefühl eigener Möglichkeiten und Wirksamkeit ist wichtiger als die Erlangung umfangreicher Zertifikate und Prüfungen.
  • Das Wecken von ununterbrochener Neugier und Interesse könnte bedeutsamer sein als die systematische Vervollkommnung fachlicher Spezialität.

Hier gibt es sicherlich noch weitere Anknüpfungspunkte und ganz sicherlich auch Widerspruch (auf den ich mich freue).
Ich fände es eine spannende Diskussion, sich darüber zu unterhalten ob unsere Zukunftsfähigkeit nicht ganz entscheidend von unseren agilen Fähigkeiten, also der flexiblen Anpassungsfähigkeit an sich ununterbrochen ändernde Anforderungen geprägt wird? Und auf welch anderen Gebieten könnten diese Überlegungen zu neuen Ideen und Schwerpunkten führen?

Agilität bei der Menschenentwicklung?

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