Autoimmunerkrankung?

Bei einer Autoiummunerkrankung  agiert der Körper gegen sich selber. Es ist eine ärgerliche und dumme Krankheit, denn sie greift den eigenen Organismus an. Das Immunsystem kann nicht mehr sauber unterscheiden zwischen Angreifern, gefährlichen Eindringlingen und den eigenen Zellen.

Es gibt jedoch offenbar auch eine weitverbreitete politische und geistige Autoimmunerkrankung.

Ängstlich schauen wir auf eine Welt die immer undurchschaubarer, immer erruptiver unkalkulierbarer und verrückter zu werden scheint. Die allgegenwärtige Informationsdichte führt dazu, dass viele Menschen den Eindruck gewinnen das Gefahren und Gewalt, Korruptheit und alles Negative Überhand nehmen. Doch ist dies tatsächlich so?  Bewegen wir uns als Menschheit unaufhaltsam in ein Desaster hinein?
Merkwürdig wie uns doch Untergangsszenarien und Katastrophen anziehen wie Motten das Licht.

Es gibt doch andererseits Milliarden andere Beispiele von unglaublicher Hilfsbereitschaft, von Mitmenschlichkeit, tiefer Empathie und Verantwortung für die Menschheit und unsere Welt. Es gibt milliardenfach mehr Ehrlich- statt Unehrlichkeit, es gibt viel mehr Menschen die für andere da sind als jene die anderen nach dem Leben trachten. Es gibt viel mehr Menschen die verantwortlich und klug und weise handeln als jene, die aus purer Geld und Machtgier die schlechtesten Eigenschaften in uns Menschen zum Vorschein bringen.

Natürlich gibt es vielfältige reale Gefahren. Wer wollte dies abstreiten? Es gibt große Herausforderungen vor denen wir stehen. Doch unsere manchmal fast lähmende Angst vor der sich unablässig verändernden Welt ist anders als die reale Gefahr eben nicht real. Diese Angst wird gespeist durch Wahrnehmungen und Beobachtungen unserer Umgebung. Angst darf uns nicht prägen, unsere Handlungen maßgeblich beeinflussen und uns dominieren. Angst ist ein schlechter Ratgeber und ist kein Schicksal, denn sie ist ein Produkt unserer eigenen Gedanken.

Dementsprechend haben wir es als einzelne Individuen und auch als Gesellschaft in der Hand ob Ängste oder Hoffnungen und Erwartungen unsere Triebfedern der Zukunft sein sollten.

Es gibt, wenn man sie sehen will, viel mehr Zeichen von Hoffnung als solche die uns resignieren lassen wollen. Die positiven Beispiele die nachahmenswert sind, bestimmen unser Leben viel mehr als alles andere. Sie bekommen nur nicht die gleiche Aufmerksamkeit. Sie sind eben nicht schlagzeilenträchtig. Sie können auch nicht dem einen oder anderen Lager zugeordnet werden.
Diese positiven Beispiele werden auch wesentlich weniger „geteilt“ und damit zur Nachahmung empfohlen als die oftmals von „empörten“ Zeitgenossen gesteuerten, leider oft einfach erlogenen (Neudeutsch „gefakten“) Informationen in den sozialen Medien.

Gezielt werden negative Kampagnen mit Hass, Wut und Vorurteilen gestaltet. Sie schüren und speisen Ängste. Sie können und sollen als Gift zu politischen und geistigen Autoimmunreaktionen gegen die eigene Gesellschaft (Demokratie) führen.
Religiös politisch islamistische, rechte und linke Agitateure leben als Erreger in einem eigenen Echoraum. Sie nehmen nur noch wahr was ihrem jeweiligen Weltbild entspricht. Sie erfinden, produzieren und inszenieren mit wachsender Intensität die Bilder, Skandale und Kommunikationskriege die wie Entzündungen unsere Gesellschaft schwächen sollen. Gleichzeitig empören sich die Verursacher und Verfolger anderer Menschen über die von ihnen selber hervorgerufenen Symptome.

Die islamistisch salafistischen Eiferer, die von rechtem faschistischen oder linken Gedankengut getriebenen, die AfD Pegida Vertreter, – sie alle sind groteske Vertreter einer menschlichen und politischen Sackgasse. Es gibt von und mit ihnen keine Lösung, es gibt nur einen brodelnden Abgrund von Stillstand, noch mehr Problemen und völliger Perspektivlosigkeit.

Diese Eiferer werden allerdings nur dann gefährlich wenn es ihnen gelingt ihr Gift von Hass, Wut, von Lügen und Vorurteilen in unserer Gesellschaft zu injizieren. Das dies in einer demokratisch geschwächten Gesellschaft gelingen kann hat der amerikanische Wahlkampf gezeigt.

Alle diese Extremisten brauchen sich paradoxerweise gegenseitig um ein Feindbild zu haben und gleichzeitig ähneln sich sehr.
Sie arbeiten daran das möglichst viele Menschen auf die unablässig produzierte Angst, Wut und die negativen Gedanken hereinfallen und wir uns mit schnellen Antworten und Diagnosen und überstürzten Rezepten behandeln wollen.

Keines der heutigen „politischen Läger“ kann auf unseren heutigen Herausforderungen in einer globalisierten Welt eine „lagergerechte“ Antwort geben. Wir werden neue wahrscheinlich auch unbequeme Antworten abseits der bisherigen liebgewordenen Positionen finden müssen. Die politischen und wirtschaftlichen Eliten werden schnell lernen müssen den Menschen zuzuhören, sie zu achten und das Auseinanderfallen der Gesellschaften zu verhindern.

Diagnostizierte  Autoimmunerkrankungen verlangen nach einer langwierigen oftmals lebenslangen Behandlung. Eine solche konsequente Behandlung wird bei unseren aktuellen europäischen Krankheitssymptomen (ob sie Namen wie Brexit, Le Pen, Wilders oder AfD, PIS in Polen oder Orban in Ungarn haben) notwendig sein.

Die Medikamente könnten sein (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Europäische Geschlossenheit, Nationale Offenheit, Hoffnung und der Anspruch an eine positive Zukunft als Maß allen Handelns, Klugheit, Besonnenheit, Bedingungslose Ehrlichkeit und Transparenz bei der Kommunikation, Bildung, Konsequentes Handeln in allen Bereichen, umfassender Verantwortung für die Menschen für unsere gesellschaftliche Werte, für unsere Welt und die Umwelt.

Und jetzt die spannende Frage an alle Profis. Wie gestalten wir aus diesem Medikamenten Cocktail einen positiven „populistischen Traum“? Gelänge uns dies – kein Populist heutigen Zuschnittes hätte noch eine Chance!

 

 

 

Autoimmunerkrankung?