Diktatoren Anfänger Betriebsanleitung

Vorsicht beim Lesen – Sarkasmus Alarm!

Vielleicht hat der geneigte Leser einfach mal ein Blatt Papier zur Hand und markiert sich auf welchem „Diktaturen Anfänger Level“ sich die AfD in Deutschland befindet?

Eine kurze Gebrauchsanweisung für „Diktaturen Startups“

Kümmere Dich nicht um Wahrheit, Ehre oder Moral.
Begehe gezielte Tabubrüche.
Bezeichne Tugenden und eine offene Kultur als abgehobenes „Elitengehabe“.
Du bist das Volk. Frag nicht warum, halte Dich nicht mit Details auf.
Kümmere Dich nicht um Ausgewogenheit.
Vermeide Beschreibungen komplexer Sachverhalte.
Es ist alles nur schwarz oder weiß, für oder gegen Dich.
Zwischentöne schaffen nur Verwirrung.
Stelle alle Deine Behauptungen unter den Schutz der „ehrlichen und offenen Meinungsäußerung“.
Denk nicht zu viel nach. Nachdenklichkeit ist Schwäche.
Abwägungen sind Schwäche.
Vielfalt ist Schwäche.

Nicht abzustreitende Wahrheiten werden relativiert.
Mache die Wahrheit zur Lüge und die Lüge zur Wahrheit.
Unbequeme Fakten sind konsequent „Fake News“.
Verachte Fakten. Benutze sie nicht.
Faktenglauben schadet dem Empfinden.
Mit faktenfreie Empfindungen kannst Du gut arbeiten.
Andersdenkende sind für Dich grundsätzlich Feinde des Volkes, ein einfältiger Mob, „Systemsklaven, Eliten“ oder sie sind Terroristen.
Produziere täglich Schlagzeilen.
Antworte nicht auf Gegenargumente!
Jeder Angriff auf Deine Positionen stellt einen Rachefeldzug des Systems gegen Dich als ehrlichen Vertreter des „Volkes“ dar.
Mache immer wieder neue Schlachtplätze auf.
Ziehe Dich aber sofort zurück wenn es zu konkret wird.
Suche und mache keinerlei Kompromisse.
Überziehe Deine Gegner mit Verleumdungen und ziehe dich dann schnell zurück.
Auch Gerüchte bleiben heutzutage dank Facebook und Co. haften!
Flute Deine Nachrichtenkanäle jeden Tag.
Präge Deinen Anhängern ein das dies die einzigen Quellen der Wahrheit sind.
Betrachte Grundgesetze und Verfassungen als „Empfehlungen“ aus einer anderen vergangenen Zeit.
Deute das Recht um!
Stelle „Volksempfindungen“ und Gefühle gegen Gesetze und Paragraphen.
Gibt es Gewalt gegen Kritiker und andersdenkende, verurteile dies nur kurz.
Wenn es Opfer waren die nicht zu Deinem „Stamm“ gehören, vermeide dass sie Märtyrer werden.
Wecke Verständnis für Aktionen von Mitgliedern Deines Stammes als nachvollziehbare „Notwehr des Volkes“.
Wenn die Opfer von Aktionen andersdenkende politische Gegner oder Fremde sind, mache sie in jedem Fall zu Mitschuldigen.
Mache die Täter zu bemitleidenswerten Opfern der Umstände.
Überhöhe und multipliziere andererseits jede Gewalt durch Fremde.
Koste diese Gewalt genüßlich aus. Sie bringt Dir Kraft und Energie.

Mache kritische Medien zu Feinden des „Volkes“.
Mache aus der Unsicherheit von Menschen Wut.
Mache aus Wut gezielten Hass.
Der Hass der Menschen nährt Dich und Deine Bewegung.
Gibt dem Hass Ziele (Es gibt genug davon…..)

Mach unsagbares plötzlich sagbar,
bisher undenkbares plötzlich machbar!

Sei geduldig.
Dieses Ratschläge funktionieren nicht wie eine Bombe.
Diese Strategie gegen das Gift der Freiheit und der Demokratie sind seit Jahrhunderten bewährt.
Deine Worte und die Handlungen wirken langsam aber zuverlässig wie Gift.
Halte Dich an die Ratschläge Deiner erfolgreichen Dikaturen Vorfahren.
Verabreiche Dein Gift immer und immer wieder.
Autoritäre Gesellschaften und danach die Diktaturen entstehen durch die stetige Zersetzung und Ermüdung der Widerstandskräfte.
Die Dir so verhassten freiheitlichen Strukturen sterben bei diesem Vorgehen zuverlässig.
Sei geduldig – es funktioniert.
Gute aktuelle Beispiele hierfür gibt es bei Putin, Trump, bei Erdogan, in Ungarn bei Viktor Orban oder bei unseren Nachbarn in Polen. Eine vorbildhafte diktatorische Entwicklung macht Bella Italia im Moment mit ihrem Innenminister. Da kann der kleine Diktator sehen wie man es richtig anfasst. Die AfD um Gauland und Höcke hat schon sehr erfolgversprechend den Grundkurs durchlaufen. Ein ebenso prächtiges Beispiel für die erläuterten Handlungsvorschläge ist Brasilien. Wie ein Musterschüler hat der neue Präsident dort erfolgreich alles befolgt was in der Betriebsanleitung steht. Die Anfängerdiktaturen werden sich dort noch viel abschauen können.

Und ganz wichtig! Diese Strategien zur Beseitigung der Demokratie sind alle bekannt. Doch systematischer Widerstand entwickelt sich (wie vielfach in der Geschichte zu beobachten) zu spät …… und dann ist es zu spät.

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Nach dem Verfassen dieser Zeilen wurde mir ganz übel wenn man unsere heutige Realität mit dieser „Checkliste“ abgleicht. Leute die nach dieser Betriebsanleitung die Demokratie bekämpfen, sitzen mittlerweile in allen Landtagen unseres Landes!!!!

Diktatoren Anfänger Betriebsanleitung

SPD – daran geht kein Weg vorbei

In einer spannenden Debatte wurde ich gestern gefragt:
Warum um alles in der Welt sollte ich denn noch SPD wählen?

Folgende Antwort führte doch zu Nachdenklichkeit – und vielleicht auch zu mehr?

„Weil nur die SPD den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bewahren kann“.

Einzig diese alte und stolze Partei hat ein ums andere Mal bewiesen, dass sie eine einzigartige Stärke hat. Sie ist in der Lage das Gemeinwohl und die Verantwortung für unseren Staat über die eigenen Interessen und notfalls sogar über die vordergründigen Interessen der eigenen Mitglieder oder Wähler zu stellen!

In einer tiefen Weltwirtschaftskrise mit mehr als 5 Mio Arbeitslosen in unserem Land, brachte die SPD mit der Agenda 2010 ein großes politisches Opfer.
Diesen ungewöhnlich mutigen Schritt hätte keine andere Partei, keine andere Gruppe in unserem Land gewagt. Die Agenda 2010 stürzte die Sozialdemokratie bis heute in große politische Bedrängnis. Die Wirtschaft und unser Land gelangten durch diese Entscheidung hingegen erfolgreich durch die katastrophale Wirtschaftskrise. Dies wird heute schamhaft verschwiegen.

Ausschließlich die Sozialdemokratie und ihre Wähler bringen diese Bereitschaft auf für unser Gemeinwesen Opfer zu bringen. Andere Gruppen flüchten vor der Verantwortung, ließen oder lassen sich sogar in Krisenzeiten Prämien auszahlen.

Für den Erhalt von Freiheit und Demokratie, für das Gemeinwohl, die Zukunft und das Wohlergehen der Heimat haben Sozialdemokraten schon immer ganz besondere Opfer gebracht. Nur diese einzigartige Partei musste so oft, so hart und brutal für eine freie demokratische Gesellschaft leiden. Es waren Sozialdemokraten, die von den Nazis in Konzentrationslager gesteckt wurden. Es waren Sozialdemokraten, die unsere Gesellschaft zu immer mehr Demokratie und Offenheit getrieben haben. Es waren Sozialdemokraten die Blockdenken überwanden und nach dem schlimmen Kriegen Versöhnung mit unseren Nachbarländern in ganz persönlichen Gesten demonstrierten. Es waren immer Sozialdemokraten, die es sich nicht leicht machten und sich ganz besonders quälten und um die richtigen Positionen rangen.
In einer Gesellschaft, die heute immer mehr in egoistische Interessengetriebene „Stämme“ zerfällt, muss mehr Gemeinsamkeit, Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis geschaffen werden. Dies wird nur der Sozialdemokratie gelingen.

Wer den blanken Egoismus und wer die unselige Spaltung unserer Gemeinschaft stoppen will, der kommt an der SPD nicht vorbei!

SPD – daran geht kein Weg vorbei

Eiter im Internet …

Der Versuch einiger Zeilen zu den vielen Hasskommentaren
in den sozialen Medien.

Gefühlte Meinung statt erkämpfter Gedanken,
Tastaturgebrüll ohne alle Schranken,
schreiben, denken, fühlen, Tabu und grenzenlos,
Misstrauen, Ablehnung, Hass und Wut fast ansatzlos.
Manchmal zielgerichtet oft auch nicht.
Hass braucht nur Hass und keine andere Sicht.
Radikale gieren nach Ablehnung wie nach Heroin,
unsere Empörung und Abscheu ist ihre Medizin,
sie brauchen Skandale für ihr Horden Lagerfeuer!
So sind sie Märtyrer und nicht Ungeheuer.
Sie erzeugen Angst und einen schwarzen Himmel.
Nichts ist mehr gut, alles ist wie voller Schimmel.
Die digitale Litfaßsäule ist fast Ersatz für eine Therapie?
Endlich wahrgenommen durch Alptraumhafte Anarchie?
Gepostet wird alles, es eitert aus den Zeilen Gift und Galle,
geht ja, denn die Freiheit gilt ja noch für alle.

Menschen werden zu Zielscheiben für Messerworte
Wir sind so anders als diese doch so andere Sorte,
alle Probleme werden in Hass und Angst gebündelt.
Am Grundgesetz wird herumgezündelt.
Die Würde des Menschen ist unantastbar,
altmodisch, obsolet und nicht belastbar?
Menschen auf der Flucht werden zu Katastrophen oder gar zu Tieren,
so bringt man Erbarmen zum Erfrieren.
Sie werden zu Flutwellen, Asyltouristen, Kopftuchmädchen,
mit Sprache, Worten, Begriffen, mit vielen Rädchen,
will man der Unmenschlichkeit die Bahn bereiten,
für alte, oder gern auch neue Abscheulichkeiten?
Tag für Tag werden neue Gerüchte herausgespuckt,
und voller Freude geteilt und facegebookt.
Diskutieren will man in dieses alles nicht,
erst recht nicht mit betroffen Menschen von Angesicht zu Angesicht.
Fakten schaden und sind nur „Eliteninstrumente“
Hass braucht keine Fakten sondern nur Gerüchte und Verdachtsmomente.

Manchmal denk ich, es gab doch auch schon eine Zeit,
wo Tugenden, wo Klugheit, Weisheit und Mitmenschlichkeit,
Vorbild und Anreiz für uns alle waren?
Was können wir tun um Ehre, Anstand und den Frieden zu bewahren,
bei all der Resonanz auf dunkles Denken, Reden Handeln?
Wie schaffen wir es Hass und Angst in Hoffnung Zuversicht umzuwandeln?

Aus dem Talmud

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Eiter im Internet …

Oh bitte keine Verantwortung ….

Die Dieselaffäre nimmt einfach kein Ende. Doch nicht nur dort gibt es Diskussionen die bei mir die Fragen zu der Verantwortung von Aktionären entstehen lassen.

Ein Freund, der überzeugter Aktienbesitzer ist, reagierte entsetzt als ich ihm erläuterte, dass ich es für klug halten würde, wenn die Unternehmen viel Geld in Nachrüstungen von Diesel Pkw investieren würden. Es wäre eine Investition in die Zukunft. Hierfür müsste man dann vielleicht für einige Jahre auf eine Dividende verzichten. Sprachloses Entsetzen entsteht.
Obwohl mein Bekannter regelmäßig die Kurse seiner Aktienpakete kontrolliert, scheint sein Kontrollwunsch bei dem zu erwartenden Gewinn zu enden?!
Damit konfrontiert, betont er ehrlich entrüstet, dass er keine Schuld an möglichen Betrügereien habe. Das sei in der Verantwortung der Vorstände.
Doch wählen bzw. bestätigen die Aktionäre nicht regelmäßig die Vorstände?! Sie üben ein demokratisches Stimmrecht aus!

Nein, – Schuld an den Betrügereien haben die Aktionäre vielleicht nicht. Aber sie tragen ohne Zweifel Verantwortung!

Wenn eine Aktienfirma Geld verdient und eine Dividende ausschüttet, gibt es viel Applaus. Große und kleine Aktienbesitzer sind zufrieden.  Der Vorstand wird bestätigt. Denn das alleinige Ziel des Aktionärs ist der Gewinn.

Da Verantwortung allerdings nicht abgrenzbar ist, trägt jeder Aktionär auch dieselbe. Er trägt die Mitverantwortung für Betrügereien, für Menschenrechtsverstöße wie z.B Kinder oder Sklavenarbeit zur Herstellung billiger Produkte, für Umweltverstöße und die Zerstörung unserer globalen Lebensgrundlagen.

Aktien sind keine Sparbücher. Sie agieren auf der Basis von Risiko. Und dazu gehört es auch das auch Verluste möglich sind, wenn man etwas falsch macht! Eigentlich selbstverständlich – oder?

Doch auch hierbei ist zu beobachten wie schnell und kreativ wir sind, wenn es darum geht Verantwortung zu delegieren. Wir bestellen via Internet Millionen von Paketen zu billigsten Preisen. Die Verantwortung für, aus diesem Verhalten folgenden miesen Arbeitsbedingungen bei der Auslieferung, haben die Logistikfirmen. Unser individuelles Verhalten und die „Geiz ist geil“ Mentalität wird als dafür nicht verantwortlich empfunden?
Wir machen Urlaub in Staaten die offenkundig Menschen, – und Freiheitsrechte verletzen?
Das müssen die Politiker klären, wir müssen an die Urlaubskasse denken?
Wir kaufen Fisch ohne nachzudenken ob diese aus bedrohten Beständen kommen? Dafür verantwortlich, – der Handel, die Politik oder wer auch immer, nur nicht wir?!

Nein!

Wir tragen für all das was wir tun, oder auch eben nicht tun die Verantwortung!
Das versuchen wir in der Erziehung unseren Kindern zu vermitteln.
Nur wenn es denn einmal konkret im wirklichen Erwachsenenleben wird, dann packen wir die Verantwortung für so viele schlimme Dinge weg. Wir verstecken sie wie ein ungeliebtes Kleidungsstück und machen uns begeistert auf die Suche nach irgendwelchen Schuldigen.

In diesem Sinne wäre eine Diskussion über die wirtschaftlich, moralische, ethische und politische Verantwortung von Aktienbesitz wirklich einmal spannend?

 

 

Oh bitte keine Verantwortung ….

Zurück zum SPD Paradies?

Genauso wenig wie Adam und Eva in das Paradies zurückkehren konnten gibt es auch für Sozialdemokraten keinen einfachen Weg zurück in das gelobte Land glorreicher sozialdemokratischer Wahlsiege.
Die heutige Welt und die Gesellschaft hat sich (Gott sei Dank) gravierend verändert. Sehr vieles ist besser geworden – das vergessen wir nur sehr schnell! Aber auch die Menschen sind anders geworden.

Und auch wenn noch lange nicht alles perfekt ist, wurden insbesondere durch die Sozialdemokratie so unglaublich viele Dinge erreicht für die die alten Sozis gestritten haben. Könnten diese heute unsere vielen Kitas, die noch nicht perfekte aber auf dem Weg befindliche Gleichstellung von Mann und Frau (um nur zwei Beispiele zu nennen) sehen, was würden sie nur denken?
Es gibt jetzt viele die glauben, die Sozialdemokratie könne sich nur in der Opposition heilen oder wenn sie sich nur schnell genug von der Agenda 2010 lossagt.
Doch so einfach ist es nirgendwo im Leben.

Hat man in der Schule Probleme muss man ackern und sich anstrengen. Im Sport erwarten die Fans von der abstiegsbedrohte Mannschaft den sichtbaren Willen zur unbedingten Leistung – ein freiwilliger Abstieg in die zweite Liga ? Verrat an den Fans!
In der Arbeit ist die Überzeugung von den eigenen Fähigkeiten, der unbedingte Kampfeswille und die Selbstmotivation ein wichtiges Einstellungs,- und Karrieremerkmal. Kommt ein Unternehmen in Schwierigkeiten erwarten wir alle einen aufopferungsvollen Kampf um die Existenz und rufen doch nicht gleich nach dem Insolvenzverwalter?
Wieso sollte sich die SPD so verhalten dürfen, denn nichts anderes bedeutet der Weg in die Opposition. Wenn man nur dort auf den Oppositionsbänken konsequent und prinzipientreu, motiviert und begeistert für Ziele streiten kann, warum sollte man solch eine Partei jemals wieder an die Macht wählen?
Der alte Betriebsratsvorsitzende der Thyssen Nordseewerke, Walter Gehlfuß hat mir bei einer schwierigen Diskussion einmal folgenden Ostfriesischen Sinnspruch mit auf den Weg gegeben „Wer als Pfannkuchen angesehen wird und sich wie ein Pfannkuchen verhält, der wird auch als Pfannkuchen gefressen“.
Die SPD sollte sich nicht wie ein Pfannkuchen verhalten, sich zurückziehen und darauf hoffen irgendwie aus dem Tal der Tränen herauszukommen. Selbstbewusstsein ist gefragt.

Genau jetzt, heute und hier gilt es zu sagen das die Zukunft der SPD nicht in der Vergangenheit liegt. Die SPD lebt im hier und heute und sollte demonstrieren dass sie das stärkste sein kann was die so unterschiedlichen Menschen haben.
Wir werden nie wieder, wie in alten Zeiten so gleichartige Ziele und Vorstellungen haben. Aber eine Zukunft mit zersplitterten nur um sich selbst kreisenden Interessengruppen kann doch auch keine Vision für unsere Gesellschaft sein.
Die Zukunft der SPD liegt nicht in dem polieren der alten Pokale gewonnener Schlachten sondern in der Integration all der unterschiedlichen Menschen die eine gute Zukunft für sich, ihre andersartigen Nachbarn, für ihre völlig anders aufgestellten Kinder und Enkel wollen. Eine solche Plattform baut man nicht als kleine Partei auf der Oppositionsbank sondern als Gestaltungspartner in einer Regierung.

Und für so eine Aufgabe braucht es nicht den symbolischen Abschied von einer Agenda sondern die Zuversicht es gerechter machen zu können wie es heute ist!

Zurück zum SPD Paradies?

Überspitzt formulierter politischer Treibstoff! Es gibt auch eine Politik abseits der Flüchtlingsfrage…

Wie ich es hasse, dass es den Populisten so leicht gemacht wird, sich mit nur einem einzigen Thema (Flüchtlinge) als Politiker „aufzuführen“. Für die wirklich bedeutsamen Herausforderungen unserer Zukunft haben sie keine einzige vernünftige Antwort parat (siehe das gruselige ZDF Sommerinterview mit AfD Gauland). Wir müssen diese Herrschaften in ihrer Ahnungslosigkeit doch stellen! Es gibt genügend herausfordernde Aufgaben für eine verantwortungsbewusste Politik. Die nachfolgend aufgeführten Punkte sind  (nach einer erbitterten Diskussion) vielleicht etwas emotional und zugespitzt dargestellt. Doch würde es nicht Spaß machen hierzu einen produktiven politisch ernsthaften Wettstreit zu machen? Populisten haben keine Antworten auf die Zukunftsfragen. Sie werden nur in den Sachthemen als politische Brandstifter und Scharlatane entzaubert …..

Aufgaben (Kein Anspruch auf Vollständigkeit)

  • Für unseren Umgang mit älteren Menschen und den Zustand unseres Pflegesystems, müssen wir uns als wohlhabendes Land schämen. Viel zu wenige, überlastete und unterbezahlte Pflegekräfte können  ältere Menschen nur noch „bearbeiten“.  Weil sie dies wissen bekommen die Menschen Angst vor dem Alter. Altersarmut ist eine reale Gefahr. Es ist keine Wertschätzung und Ehre für eine Lebensleistung mehr da, sondern nur noch das Gefühl eine ökonomische Belastung zu sein?!
  • Jeder weiß, dass unser Rentensystem ohne gravierende Anpassungen (Beitragszahler) zusammenbrechen wird.
  • Unser Gesundheitssystem bröckelt vor sich hin und entwickelt sich, insbesondere in den ländlichen Bereichen schon heute zu einer Katastrophe.
    Gleichzeitig verschlechtert sich insgesamt die Gesundheit (Übergewicht; Rückenprobleme; die Anzahl psychischer Krankheiten explodiert)
  • In den Provinzen stirbt die Infrastruktur leise vor sich hin. Geschäfte, Gaststätten, Filialen werden geschlossen und Dienstleistungen konzentrieren sich immer stärker auf die Zentren. Örtliche Schwimmbäder, Kulturstätten u.ä kennen junge Menschen in den ländlichen  Regionen nur noch aus Erzählungen.
  • Die Straßen haben Löcher, Brücken rotten langsam vor sich hin. Baumaßnahmen ziehen sich Jahrzehnte in die Länge.
  • Bei den Sicherheitsbehörden (Polizei/ Gerichte) wurde so gespart und geschrumpft, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger verlorengegangen ist.
  • Unsere Schulen bewahren ihren alten Museumscharakter seit Jahrzehnten. Die meisten Kinderzimmer sind moderner ausgestattet als die Schulen. Viele unserer Universitäten sind marode, alt und kaum der geeignete Startplatz für innovative Zukunftsoffensiven.
  • An der Bildung experimentieren alle herum. Ein Kulturland wie Deutschland erzeugt erschreckend viele Analphabeten. Die fehlenden Fähigkeiten bei der Rechtschreibung sind bedrückend, wenn auch nicht so alarmierend wie jene bei der Mathematik.
  • Der Schienenverkehr murkst so vor sich hin. Die Züge werden immer unpünktlicher, der Güterverkehr wird bald überhaupt keine Rolle mehr spielen.
  • Gut ausgebildete Facharbeiter fehlen an allen Ecken und Enden.
  • Die Bundeswehr ist nur bedingt einsatzfähig, gibt viel Geld aus für Technik die nicht funktioniert und Soldaten die deshalb „nicht arbeiten“ können.
  • Im Breitbandausbau und der Digitalisierung hinken wir international meilenweit hinter anderen Ländern her.
  • Wohnraum ist vielerorts kaum noch bezahlbar.
  • Die Armut nimmt unverantwortlich große Ausmaße an. Immere breitere Schichten der Bevölkerung sind real bedroht.
  • Die Luftverschmutzung ist in einigen Städten so hoch, dass sogar gesetzliche Grenzwerte überschritten werden.
  • Der Werteverfall, die Missachtung der Grundwerte unseres Landes beschleunigt sich Tag für Tag.
  • Eine schon fast schon paranoide Angst vor geflüchteten Menschen frisst die politische Seele auf und das Wegschauen bei Not und Elend wird üblich?!
  • Politik wird nur noch als Mangelverwaltung und nicht mehr mit Hoffnung oder Visionen betrieben.

Die diskussionswürdige Aufzählung erzeugt bei mir aber keine Depression sondern erfüllt mich mit großer Zuversicht. Was würde es doch Spaß machen mit kreativen und dynamischen Antworten auf diese Herausforderungen in einen politischen Wettbewerb zu gehen und damit unser Land und unsere Gesellschaft vor den populistischen Hasspredigern zu schützen.

Überspitzt formulierter politischer Treibstoff! Es gibt auch eine Politik abseits der Flüchtlingsfrage…

Wir schaffen das!

Willy Brand hat mit nur drei Worten enorm viel in unserem Land verändert. Die Diskussionen um seine sozialdemokratische Werbung „Mehr Demokratie wagen“ bewegte viele und vieles. Es war wie eine Bluttransfusion für die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft.

Bundeskanzlerin Merkel formulierte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingstragödie im Jahr 2015 auch einen Satz mit drei Worten. „Wir schaffen das“ war eine bemerkenswerte , eine menschliche, eine anständige Haltung. Es war die verantwortungsbewusste Alternative zu seinerzeitigen denkwürdigen Zitaten wie: „Wir müssen die Grenzen schließen und die grausamen Bilder aushalten. Wir dürfen uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen“.

Auch wenn die aktuelle Flüchtlingspolitik heute härter, und abweisender ist als je zuvor, so prägten diese drei Worte für einen ganz entscheidenden Moment eine Haltung, die meines Erachtens nach einen wesentlichen Teil der Seele unseres Staates überleben ließ. Was wäre mit uns allen geschehen wenn wir damals als Gesellschaft unsere Herzen und Grenzen gegenüber dem sichtbaren Elend hunderttausender Menschen verschlossen hätten? Wenn wir, wie es viele und allen voran die AfD forderte, möglicherweise sogar Schusswaffen gegen Flüchtlinge eingesetzt, Stacheldrähte und eine neue Art von Konzentrationslagern an der Grenze gebaut hätten? Reizgas, Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen flüchtende Menschen? Tote Kinder an der deutschen Grenze statt an türkischen Mittelmeerstränden?

Hätten wir dann vor unsäglichem Scham und konsequenterweise den Artikel 1 unseres Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gestrichen? Diesen Kernsatz unserer Verfassung, geboren aus den Erfahrungen von Krieg und Vertreibung?!

Es gab im Zuge der Flüchtlingspolitik Fehleinschätzungen. Es wurden viele Fehler gemacht. Hier gilt es nachzubessern. Es war aber kein Fehler verantwortlich zu handeln und zu helfen.

Einige glauben, dass es heute keine AfD geben würde, wenn wir 2015 die besagten grausamen Bilder an der Grenze ausgehalten hätten. Mag sein – doch unsere liberale, offene und freie Gesellschaft wäre dann quasi die AfD gewesen!
Es ist aktuell ein politischer, ethisch und humanistischer Skandal wie zivilisierte Staaten wissentlich tausende Menschen im Mittelmeer jämmerlich ertrinken lassen. Wie wir akzeptieren, dass abertausende flüchtende Menschen in der Sahara verhungern und verdursten. Falls sie diesen Todesmarsch überleben werden sie anschließend in von uns finanzierten afrikanischen Konzentrationslagern missbraucht, ausgebeutet und getötet. Weil die populistischen Hassprediger immer schriller und lauter werden, geben wir immer mehr unserer humanistischen und christlichen Werte auf?!.

Wir parken diese Werte in einer Warteschleife, weil wir glauben, dass die Menschen Hass und Ablehnung wollen?
Wir sind in Politik und Medien mittlerweile so fokusiert auf Pegida, AfD und rechtsextreme Nazi Positionen das wir gar nicht mehr erkennen wie viel mehr Menschen in unserem Land den Satz „Wir schaffen das“ leben und verwirklichen. Ohne Gebrüll, ohne Aufsehen helfen sie den geflüchteten. Jeder zehnte Deutsche hilft Flüchtlingen. Das ist absolut einmalig und darauf können wir stolz sein. Sie helfen beim Sprachunterricht, bei den Behördengängen, bei der Suche nach Arbeit und Wohnung. Sie zeigen Mitgefühl und Wertschätzung. Diese Helfer füllen den Slogan „Wir schaffen das“ mit Leben und Verantwortung. Zehntausende freiwillige Helfer stehen für die tatsächlichen Werte unserer Gesellschaft. Sie reden und posten nicht über Leitkultur und unsere Grundwerte, sondern leben diese vor.

Ja die AfD und ihre Anhänger erregen mehr Aufsehen, sie sind laut, sie überschwemmen die sozialen Medien, sie sind manchmal furchterregend, sie können mehr brüllen, sie haben einen tieferen Hass, sie sind unbarmherziger in ihrer Ablehnung, sind mitleidloser und härter.

Doch ist es diese dunkle Seite des Menschseins, die wir als Land als Gesellschaft für unsere Kinder und Enkel beispielgebend zeigen wollen?

Wir schaffen das!