Freund und Helfer?

Wenn ich den heutigen Umgang mit Polizisten sehe, dann wird mir ganz schlecht. Ein Vorgang in Hessen muss und wird untersucht. Doch schon den ganzen Nachmittag überschlagen sich viele Medienmeldungen im Rennen um Schlagzeilendominanz. Die Polizei am Pranger. Wie schön?
In den sozialen Medien haben die Kommentatoren an ihren Tastaturen wahrscheinlich schon Brandblasen an den Fingern.

Selbstverständlich sind weder Bundeswehr noch die Polizei völlig immun gegen radikales Gedankengut. Die Vorfälle sind jedoch begrenzt und können verfolgt werden.
Ich finde es derart billig, wenn aus populistischen Gründen unser Polizeiwesen mit der Sicherheitskonstruktion in den USA quasi gleichgestellt wird. Die beiden Systeme sind nicht miteinander vergleichbar!

Viele Staatsdiener unseres Landes die ich kenne, bekämpfen Grenzverletzungen in ihren Reihen und akzeptieren diese keineswegs. Doch ihr Leben ist nicht einfach.

Respektlosigkeit bis zu purem Hass sollten nicht zum Alltag dieser Beamten gehören. Leider ist dies aber ganz real.
Ähnliche Missachtungen bis zu tätlichen Angriffen erleben auch immer öfter Feuerwehrleute und Sanitäter.

Teile unserer Gesellschaft haben offenbar verlernt das zu unserem Gemeinwesen unter anderem das Gewaltmonopol des Staates gehören. Nur so kann die Sicherheit entstehen, auf die unsere offene demokratische Gesellschaft basiert.
Wer dieses Vorrecht der staatlichen Institutionen in Frage stellt, redet der Anarchie das Wort.

Es mag ja altmodisch sein, aber ich habe nie auch nur einen Funken Verständnis für die Zerstörungswut und Randale z.B bei dem G20 Gipfel in Hamburg gehabt.
Ich verstehe und toleriere die Menschen nicht, die bei Protesten  Autos anzünden oder Geschäfte demolieren. Und jeder der Verständnis für Gewalt gegen Polizisten konstruiert, schadet dem Staatswesen.

Wenn betrunkene Leute Steine auf Polizisten oder andere Menschen werfen, gehören sie bestraft. Wenn Geschäfte verwüstet werden, gehören die Täter bestraft. Es gibt keine Rechtfertigung oder Entschuldigung für ein solches Verhalten.

Eine sogenannte Szene – egal ob sie sich Partyszene nennt, sich aus jung oder alt, aus links oder rechts eingestellten Menschen zusammensetzt, hat kein Recht auf Regelverstöße. Sie haben kein Recht sich Freiheiten zu nehmen, die ihnen durch unsere Gemeinschaft nicht gewährt wurden.

Ich finde es schlimm wenn in Debattenbeiträgen je nach Sichtweise mal die eine oder andere Randale als skandalöser und schlimmer empfunden wird. 
Hinsichtlich der Krawalle in Stuttgart sagt doch ein Bekannter von mir ernsthaft „Da müssen sich die Polizisten doch nicht wundern wenn sie so rigide Drogenkontrollen machen“!

Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Seit wann sind Kontrollen ein Grund für gewalttätige Proteste?

Die grenzenlose Freiheit einer ungehemmten Spaßgesellschaft führt zu Anarchie und Totalirismus. Die Auswüchse dieser individualisierten Spaßgesellschaft sehen wir aktuell auf Mallorca.

Jeder Steinwurf auf Polizisten ist nicht der Ausdruck eines selbstbewussten politisch denkenden Menschen sondern die dämliche Tat eines Dummkopfes.
Die in den sozialen Netzwerken so gern gepostete Gewalt gegen die Polizei hat rein gar nichts mit Selbstverwirklichung zu tun. Sie trägt den Keim totalitären und anarchistischen Verhaltens in sich. Unser Staat und seine Sicherheitskräfte achten unter schwierigsten Bedingungen auf ein Mindestmaß an zivilisiertem Umgang und die Achtung der Sicherheit.

Nur mit solchen Regeln zum Zusammenleben ist eine Gesellschaft überlebensfähig.

Wie oft hört man in Talkshows oder Sonntagsreden, dass Randalierer mit der ganzen Härte des Gesetzes zu rechnen hätten. Wieso muss dies jeweils betont werden? Ist das nicht selbstverständlich? An die Adresse der Randalierer in Stuttgart oder anderswo. Ihr demoliert nicht nur Autos. Ihr werft nicht nur Steine auf jene, die dieses Gemeinwesen schützen. Ihr greift das Staatswesen an, das es überhaupt möglich macht das diese Vielfalt und Freiheit gelebt werden können.

Wie aber bekämpft man die Verachtung staatlicher Ordnungen?

Ein erster Schritt wäre es vielleicht, nicht reflexartig für alles und jeden Verständnis zu haben? Völlig egal wer sich an Krawallen aktiv beteiligt, ob jung/alt/links rechts Deutscher oder Ausländer, – sie dürfen von uns mit keinerlei Toleranz oder Verständnis rechnen.
Die Verharmloser von Gewalttätigkeiten machen sich genauso schuldig wie jene die sich an den Selbstdarstellungsvideos der jeweiligen Szene ergötzen.

Und wir sollten sehr aufpassen mit unseren Worten und Kommentaren in Richtung der Polizei. Derzeit habe ich den Eindruck, dass gezielt ein sogenanntes politisches Framing stattfindet.

Das Bild des Freund und Helfers wird durch Dauerbeschuss in den Köpfen der Menschen verdreht. Plötzlich wird der Diener, Vertreter und Beschützer des Staates zur Bedrohung, zu einem Hassobjekt.

Wer zulässt, dass diese begrifflichen Erodierungen weitergehen, zerstört eine wesentliche Basis unserer Gesellschaft, gefährdet Sicherheit und geht erste Schritte in die Anarchie.

Freund und Helfer?

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.