Speckendicken ist Heimat…

Heute haben meine Frau und ich nach einem wunderbaren Spaziergang im Schnee (endlich, endlich, endlich!!) als Mittagsspeise die leckeren Speckendicken aus der Mühle Wichers gegessen. Oh war das ein Genuss.

Wie doch Gerüche und der Geschmack von Essen Erinnerungsschubladen im Gehirn öffnen. Die lautlos herabrieselnden Schneeflocken, dieses schöne Winterbild unserer Heimat, der manchmal noch knirschende Schnee und schon fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt in die Kinder und Jugendzeit.

Die für uns typischen Speisen, ihre Gerüche und ihr Geschmack sind doch für uns alle so wichtige Ankerpunkte.

Dazu fällt mir folgende Anekdote ein.

In den 90er Jahren hatten die Betriebsratsvorsitzenden der damals noch verbliebenden großen deutschen Werften die Gelegenheit sich gemeinsam die koreanischen Werften anzuschauen. Kalli Schönberger vom Bremer Vulkan, Herbert Baresel von HDW Kiel, Gerd Taschenberger von Blohm und Voss, Detlef Schüler von der Neptun Werft, Fritz Niemeier von der Thyssen Nordseewerft und meine Wenigkeit waren dabei.

Es war alles in allem eine lehrreiche und beeindruckende Reise.

Der IGM Bezirksleiter Frank Teichmüller quälte uns jeden Tag damit, das er uns original koreanisches Essen servieren ließ. Und die Gastgeber waren stolz uns verwöhnen zu dürfen. Schon fast am Ende der eineinhalb wöchigen Rundreise logierten wir in einem guten Hotel in Seoul.

Dort wurde neben dem klassischen koreanischen Essen auch ein europäisches Büfett angeboten. Bevor Frank Teichmüller einschreiten konnte, hatten wir uns alle für dieses Büfett angemeldet. Blöd war nur, das die großen Teller für die landestypischen Speisen bereit standen und die deutlich kleineren, quasi besseren Kaffeeteller für die Schnitzel, Hähnchenschenkel, Kartoffeln, Rotkohl und sonstigen Beilagen.

Dies änderten wir schnell und baggerten uns mit den großen Tellern unter den bangen Blicken der Kellnerinnen und Kellnern ausgehungert in zwei bis drei Anläufen durch die angebotenen europäischen Speisen. Lecker!

Mit einem verzückten Gesichtsausdruck, satt und zufrieden wählte mein Emdener Kollege Fritz Niemeier seine Frau an und hatte einen Herzenswunsch. Wenn ich wieder zuhause bin, möchte ich eine Woche lang Schnippelbohnen mit Speck essen. Schlagartig überkam mich Vorfreude auf die Heimat und vielleicht konnte ich ja auch noch einen ähnlichen Wunsch auf den Weg bringen?

Wie sagte schon Winston Churchill:
„Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“

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