2. Wir brauchen mehr Mut Vertrauen zuzulassen!

Und hier die Fortsetzung der gestrigen Gedankensplitter zur Angst…

Freunde.jpg

Der Kern unseres Menschseins ist Vertrauen.
Wir sehen heute mehr von dieser Welt als irgendeine Generation vor uns.
Und je mehr wir unsere Welt um uns herum erfassen, umso wichtiger ist die Pflege und Aufrechterhaltung dieses magischen Rohstoffes, – dem Vertrauen.

Vertrauen schafft überhaupt erst die Möglichkeit uns neuen, unübersichtlichen komplexen sozialen Systemen anzuvertrauen.

Wir vertrauen darauf, dass Eltern gut zu ihren Kindern sind.
Dass unsere Mitmenschen uns nicht feindlich gesonnen sind.
Das wir in einem Rechtsstaat leben und Gerechtigkeit möglich ist.
Sobald wir mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, vertrauen wir darauf, das alle anderen sich an die gemeinsamen Regeln halten, um weder uns noch andere zu gefährden.
Wir vertrauen bei unseren Einkäufen darauf, dass wir kein vergiftetes Essen kaufen.
Wir vertrauen darauf, dass Medikamente sorgsam entwickelt werden, uns helfen und nicht schaden.
Dass im Krankheitsfall schnell Hilfe kommt und die Ärzte ihr Bestes geben.
Wir vertrauen den Politikern, dass sie sich bemühen, den besten Weg in die Zukunft zu finden.
Wir vertrauen darauf das Lügen als Lügen erkannt und aufgedeckt werden.

Wir Menschen sind so reich in unserer Unterschiedlichkeit und brauchen deshalb nichts dringender als gegenseitiges Vertrauen.
Der Unternehmer vertraut das Wohlergehen des Betriebes den Fähigkeiten der Belegschaft an, die Arbeitnehmer vertrauen dem Unternehmer. Die Alten den Jungen, die Minderheit der Mehrheit, die geflüchteten den Aufnehmenden, die Fremden den Einheimischen.

Diese grundlegenden Feststellungen zu diesem entscheidenden Klebstoff unserer Gesellschaft sind gut, richtig und nicht naiv.

Gegenseitiges Vertrauen bildet die Basis unseres gesamten Zusammenlebens. Sie formt den Rahmen unserer Zivilisation und unserer freiheitlichen Demokratie.

Natürlich gibt es den Vertrauensbruch. So wie wir den Wert des Lebens ohne den Tod, den Tag nicht ohne die Nacht, das Recht nicht ohne Verbrechen, den Sommer nicht ohne den Winter schätzen könnten, so gilt dasselbe für unser Vertrauen.
Vertrauensbruch enttäuscht uns, versetzt uns aber auch in die Lage, die universelle Kraft, Dimension und Bedeutung des Vertrauens zu ermessen.
Würden Politiker nicht auch ab und zu versagen, gäbe es nicht die korrigierende Kraft der parlamentarischen Demokratie.

Unser Vertrauen existiert nur deshalb, weil es auch die Möglichkeit zum Vertrauensbruch gibt.

Und ist es nicht erstaunlich, wie oft wir in der Lage sind, Verstöße gegen den Kodex des Vertrauens aufzudecken? Und wir werden nicht schlechter darin, sondern immer besser!

Die Angst hingegen lebt von der Erzählung, dass wegen der „anderen“, ein gutes Leben ein mehr oder weniger unerfüllbarer Traum ist.
Die Zerstörungen an unserer Welt, das millionenfache Leid, die vielen Katastrophen und Gewalttätigkeiten werden, so tragisch sie sind, als millionenfaches Echo gezielt benutzt. Sie sollen alles andere übertünchen. Das viele Gute in der Welt.
Gezielt werden Tag für Tag die Geschichten des Misstrauens und der Angst ausgebreitet. Denn Angst zerstört das Vertrauen. Deshalb ist es ein so mächtiges Mittel für die Despoten, Populisten und Dikatoren dieser Welt.
Ohne die Zerstörung des Vertrauens kommen hasserfüllte Menschen nicht an die Macht. Denn ängstliche Menschen wählen oft die bösen Meister der dunklen Seite unseres Menschseins als Führer.
Die bösen Angstmacher sind wie die Dementoren in den Harry Potter Romanen. Sie saugen die gute Energie, unser Vertrauen aus uns heraus  und verwandeln es in etwas abgrundtief Böses.

Und wir alle erleben dieses Marketing der Angst als Unterhaltung in Echtzeit.
In einem nicht endenden Trommelfeuer wird unsere Gesellschaft zu einem Zerrbild seiner selbst.  Die Berichte über unser Zusammenleben werden in unzähligen Talk Shows, Magazinen, Geschichten und Filmen durch Verbrechen, Verantwortungslosigkeit, durch betrügerische Korruptheit dominiert.

Die jeweils „anderen“ werden auf allen Kanälen als moralisch verrottet und lügnerisch bezichtigt.

Es entsteht eine schreckliche Verzerrung der Welt.

Die schlimmen Dinge sind Gott sei Dank die Ausnahme und nicht die Regel.
Schaut bitte doch einmal in eurem unmittelbaren Bekanntenkreis. Was würdet ihr sagen was überwiegt dort?
Sind die Nachbarn, Kinder, Freunde, Familienangehörige, Kollegen überwiegend Monster? Wenn wir diese Frage verneinen, warum glauben wir dann immer wieder die Erzählung das außerhalb unseres Blickfeldes eine völlig andere Realität vorhanden ist?

Bis morgen!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.