5. Wir brauchen Mut, die Welt zu umarmen.

NASA-Apollo8-Dec24-Earthrise.jpgFoto Earthrise; NASA; Apollo 8  William Anders

Wir haben sehr gute Chancen für unsere Zukunft.

Angesichts der vielen Herausforderungen und dem Eindruck einer offensichtlich immer verrückter werdenden Welt klingt dies schon etwas schräg, oder?
Ich jedenfalls, ernte nach einer solchen Feststellung, oft ungläubiges Erstaunen.

Wie begründe ich diese Zuversicht?

  1. Die Stabilität und innere Verfasstheit moderner Gesellschaften ist wesentlich robuster, als wir dies gemeinhin annehmen. Demokratien und offene Gesellschaften können scheitern. Dazu gibt es viele Beispiele.
    Aber ein Scheitern ist kein Naturgesetz.
    Unsere Gesellschaften sind mittlerweile so bunt, vielschichtig und divers das alleine aus dieser Tatsache viel Komplexität aber auch Stressresistenz hervorgeht. Deshalb sind ja die Populisten so laut. Weil Sie diese wunderschöne, komplexe und so unendlich vielfältige Welt auf einfache und kurze Formeln bringen müssen, um zu obsiegen. Migrationsströme, die in der Menschheitsgeschichte ganz normal sind, hinterlassen ihre Spuren in allen Gesellschaften. Hinzu kommt die millionenfache Vernetzung einer globalen Welt über Warenströme und Datennetze. Unser Leben wie auch das der Bauern am Hindukusch oder in der afrikanischen Savanne sind in Echtzeit miteinander verbunden.
    Laut und einfach ist die Forderung der Konzentration auf die eigene Scholle, auf das eigene Volk. Und genauso irreal ist dies. Nichts würde mehr funktionieren in der realen Welt, wenn eine solch ausgrenzende rückwärts gewandte Politik ernsthaft verfolgt würde. Die vielfältigen Verbindungen der Welt sind nicht mehr zu kappen (Gott sei Dank).
  2. Im Grunde sind wir Menschen viel gütiger als wir es uns selber zutrauen. Wir werden so bombardiert mit schlimmen Geschichten, mit Horrorstorys, mit Kriminalfilmen, die den Eindruck ausufernder Brutalität und Kriminalität so verfestigen, das wir die Realität kaum noch erkennen können.
    Es gibt unendlich viel mehr Güte und Mitmenschlichkeit auf der Welt als das Gegenteil. Na – Zweifel?
    Öffnen wir unsere Augen. Wie viele Eltern gibt es auf der Welt die alles für Ihre Kinder tun würden? Menschen die Ihren Partner, ihre Familien, ihre Freunde und Kolleginnen und Kollegen wertschätzen und gut behandeln. Ich hatte es im vorhergehendem Blog schon erwähnt. Wie viele Monster kennen wir aus unserem Freundes, Familien oder Bekanntenkreis? Weil wir die Schlagzeilen lesen, nehmen wir alle an, dass unser Erleben des oftmals Guten eine Ausnahme ist.
    Und dies ist ein gravierender Fehler. Das Gute ist die Regel!
    Es gibt viel viel mehr Gutes als Schlechtes.
    Wir haben mehr Chancen, Hoffnung und Zuversicht als jemals zuvor in der Geschichte unserer Spezies.
    Unser Wissen wächst mit unglaublicher Geschwindigkeit.
    Wir leben viele Jahrzehnte länger als unsere Vorfahren, haben eine ungleich bessere Gesundheitsversorgung.
    Die Armut auf der Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten halbiert.
    Es hat noch nie so wenig Hungertote gegeben.
    Auch die Zahl der Kriegsopfer geht drastisch zurück.
    Mehr als 90% der Kinder besuchen eine Schule.
    Wenn wir einmal überlegen, wieviel schreckliches möglich wäre und was alles tatsächlich nicht geschieht,  werden wir etwas stabiler gegenüber dem Trommelfeuer der Katastrophenmeldungen aus aller Welt. Wer Zweifel an dieser Feststellung hat, dem rate ich die Sichtung der Daten von Hans Rossling auf www.gapminder.org Das Buch dieses wunderbaren Menschen oder auch die bahnbrechenden Denkleistungen von Rudger Bregmann (Im Grund gut) tun uns auch gut!
    Nicht das ich falsch verstanden werde. Ich verschließe keineswegs die Augen vor dem was wir viel viel besser machen könnten. Mich entsetzt die Kluft zwischen unseren Möglichkeiten und dem was wir tatsächlich tun.
    Wir müssen für ein gutes Leben, die Bewahrung der Natur und damit uns Menschen viel mehr tun.
    Ich erwarte aber auch nicht quasi hypochondrisch die Katastrophen und suche vor lauter Angst auf die Anzeichen für solche Zusammenbrüche. Zukunft ist gestaltbar!
  3. Immer mehr Menschen wird bewusst das wir eine Spezies auf einem einzigen, einsamen Planeten sind. Als der Astronaut William Anders auf der Apollo 8 Mission, das Foto unseres wunderschönen Planeten im Weltall machte, war dies für ihn, wie auch für viele andere, eine außerordentliche visuelle Erfahrung. Dieses einzigartige Bild macht unsere Situation so wunderbar deutlich. Wir sind alle Erdbewohner auf einem einzigen Planeten im schwarzen nichts!
    All unsere Bemühungen Unterschiede zu konstruieren, sind angesichts dieses Bildes völliger Unsinn. Alles hängt auf diese Welt mit allem zusammen.
    Alle Trennlinien die wir uns einfallen lassen: Alt zu Jung; Weiß zu Farbig; Religionen; Rechte oder linke Politik; Mann zu Frau sind künstlich und ohne Bedeutung. Wir alle leben gemeinsam auf diesem einen Planeten ohne einen Ersatz im Kofferraum zu haben. Dies wird immer mehr Menschen bewusst.
    Und immer mehr handeln in diesem Bewusstsein. Sicherlich haben wir lange Zeit viel falsch gemacht und viel in den Sand gesetzt.
    Aber da unser Schicksal sich nicht linear entwickelt, haben wir alle Chancen die Richtung selber zu bestimmen wohin die Reise geht.
    Es gibt keine Einbahnstraße in unserer Entwicklung. Ich selber bin aufgewachsen mit dem kalten Krieg und der Erwartung eines jederzeitigen Atomkrieges. Ich habe die schlimmen Grenzkontrollen an der innerdeutschen Grenze erlebt, die Hartnäckigkeit mit der Atomkraftgegner bekämpft und Homosexuelle erniedrigt wurden. Und all dies wurde hinweggefegt durch eine dynamische Entwicklung. Alles ändert sich fortwährend und alles ist möglich.
    Sowohl das extrem schlechte wie auch das unvorstellbar Gute!

Daher haben wir die Wahl zu entscheiden wie wir unsere Zukunft gestalten, wie wir leben wollen. Als Marionetten einer aus dem Ruder laufenden Informationsunterhaltung die viel zu oft angstfokussiert ist und populistischen Rattenfängern oder von:

  • angstbefreiter Zuversicht
  • stabilem Vertrauen
  • Leben von Kooperation
  • positiver Lebenseinstellung

Wenn wir nicht glauben das wir etwas bewirken können sollten wir uns vor Augen führen wie viele alltägliche Herausforderungen wir jeden Tag erfolgreich bestehen. Es ist dieser erfolgreiche Alltag der für uns alle Halt und Zuversicht beinhaltet, der die Welt zusammenhält.
Am Ende dieser Serie von Gedankensplittern möchte ich einen Satz meines Idols Nelson Mandela wiederholen:

„Mögen Deine Entscheidungen Deine Hoffnung reflektieren, nicht Deine Ängste“.

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