Das Holz wird so teuer…

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Gestern regt sich einer meiner Gesprächspartner darüber auf das China so viel Holz aufkauft das es hier für Bauherren immer teurer wird.
So viel Empörung würde ich mir auch wünschen, wenn es um den stetigen Aderlass in unserer industriellen Wettbewerbsfähigkeit geht.
Schaut sich wohl einer mal die Wirtschaftsdaten von China an? Dieser autoritäre diktatorische Staat entwickelt sich zum großen Gewinner dieser Zeit.
Geopolitisch, militärisch und wirtschaftlich.
Mir wird ganz anders, wenn ich mir unter wirtschaftspolitisch strategischen Perspektiven anschaue was gerade passiert.
Wir alle sind so unglaublich satt und so selbstzufrieden das wir die agile Beweglichkeit, die Aggressivität und strategisch langfristigen Aktivitäten aus China einfach ignorieren.
Wir geraten zwar zunehmend auf die wirtschaftliche und technologische Verliererstraße und nehmen es doch mehr oder weniger achselzuckend zur Kenntnis.
Wir beschäftigen uns lieber mit uns selber.

Heute werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Ist das eigentlich jedem klar?
Heute und nicht morgen entscheiden wir über den möglichen Wohlstand oder den Abstieg zukünftiger Generationen.
Heute entscheiden wir ob unser Land in den nächsten Jahrzehnten nur noch die Werkbank für ein immer stärker werdendes China sein wird.

Nach vielen technologischen und wirtschaftlichen Erfolgen greift China jetzt mit aller Macht auch den Hochtechnologieschiffbau an. Welche Antworten gibt es darauf? Alle Erfahrungen mit anderen Sektoren die schon verloren gingen zeigen, es wird ein unglaublich harter Kampf werden.
Doch wenn ich mir anschaue wie derzeit von der IG Metall, von der Politik und von den Medien in einer existenziellen Krise auf die letzte große deutsche Werft eingeprügelt wird, dann habe ich so meine Zweifel ob wir verstanden haben was die Aufgaben sind. Es ist bemerkenswert das in dieser Gesellschaft Arbeitsplätze aber auch die ökonomischen Rahmenbedingungen mittlerweile keine so große Rolle mehr spielen.
Ich merke dies in meiner Arbeit jeden einzelnen Tag.
Es kann mir zwar keiner beantworten welche Alternativen es für die Menschen und die Region gibt, wenn die Werft wesentliche Teile der Produktion oder gar den Standort verlieren würde. Eine solche Entwicklung wird aber auch irgendwie gleichgültig in Kauf genommen. Irgendetwas wird sich da ja schon finden?
Die brutalen Fakten sprechen zwar eine andere Sprache (siehe Grafik) aber wen interessieren im Moment schon noch Fakten – nicht wahr?

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Was sagt uns diese Entwicklung?
Welche Lehren ziehen wir daraus?
Tun wir angesichts dieser Entwicklung alles, um bestehende Unternehmen zu erhalten? Ich habe einen anderen Eindruck.
Es ist in Niedersachsen nicht leicht Werftunternehmer zu sein.
Und es ist in Deutschland generell nicht leicht Familienunternehmen zu sein.
In der Regel spielen diese nur in Sonntagsreden eine große Rolle.
Ansonsten sind sie dankbares Opfer für politische Zerrbilder und Melkkühe für eine überbordende Bürokratie und Regulierungswütige Dogmatiker.

Schade. In unserem Land bräuchten wir gerade jetzt eine ganze Generation von Gründern von mutigen Unternehmerinnen und Unternehmern.
Funktionäre habe wir mehr als genug.

Wie sagte Henry Ford:
„Es gibt mehr Leute die kapitulieren als solche die scheitern“.

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