Trump: Ihr seid alle Feiglinge?!
Dazu eine kleine Parabel zu dem Maulhelden aus den USA
Es gab in einem Dorf einen Bauern dem das Land gehörte. Und das Vieh. Und die Schulden der anderen. Alle wussten wie er war und akzeptierten dennoch die Abhängigkeit.
Und sein Sohn wuchs auf in dem Wissen,- mir passiert nichts.
Als der Deich brach und alle Sandsäcke schleppten und schippten hatte er Rückenschmerzen.
Als die Ernte eingebracht werden musste und jede Hand gebraucht wurde, war er gerade verreist. Als der Krieg kam und die jungen Männer des Dorfes eingezogen wurden, kannte sein Vater den richtigen Arzt. Mit dem richtigen Attest. Über die richtigen Beschwerden.
Das Dorf wusste es. Jeder wusste es. Aber alle schwiegen.
Weil man so abhängig geworden war und nicht die Hand beißt die einen füttert. Und den eigenen Stolz herunterschluckte.
Die Jahre gingen. Der Vater starb. Der Sohn erbte das Land, das Vieh und die Gewohnheit, dass ihm nichts passiert. Er konnte alles tun, Frauen belästigen und missbrauchen, Gesetze brechen, jeden verfolgen und beschämen. Er wurde geschützt von seinen reichen Kumpanen.
Dann kam der Streit mit dem Bauer am anderen Fluss.
Der Bauernsohn wollte kämpfen. Er wollte dessen Reichtümer. Jeden Morgen stand er am Fenster und schaute hinüber.
Die Nachbardörfer sollten mitmachen. Schließlich ging es um seinen Willen, um das Recht des Stärkeren.
Aber die Nachbardörfer zögerten. Sie hatten eigene Felder. Eigene Kinder.
Eigene Erinnerungen an das was Krieg kostet wenn man mittendrin steht und nicht am Fenster.
Da trat der Bauernsohn auf den Marktplatz.
Laut. Aufsehenerregend, schreiend, beleidigend und böse. Mit der Geste eines Mannes der alles gegeben hat.
Feiglinge, rief er. Ihr seid alle Feiglinge.
Am Rand des Platzes stand ein alter Mann. Er hatte am Deich geschuftet. Er hatte die Ernte eingebracht. Er hatte einen Sohn verloren, nicht an den richtigen Arzt, sondern an den falschen Krieg.
Er hörte das Wort.
Und er sah den Mann der es rief.
Einen Schritt trat er vor. Nur einen.
Die Stimme ruhig. Fast freundlich.
Dann sagte er laut „Sag mir, wer hat dich gelehrt was Mut ist?“
Keine Anklage. Keine Ironie. Eine echte Frage.
Der Platz wurde still.
Der Bauernsohn öffnete den Mund. Und schloss ihn wieder.
Der alte Mann wartete nicht auf die Antwort. Er kannte sie.
Er drehte sich um und ging.
Und das Dorf stand da. Mit dem Wort das noch in der Luft hing.
„Feiglinge.“
Und der Frage die es aufgefressen hatte.

