Weckruf?

FincantieriChina, die weltweit größte Werkbank für massenhafte Billigartikel. So nehmen viele bei uns dieses Land immer noch wahr. Doch das war gestern. Unter dem Titel „Made in China 2025“ hat die Regierung schon vor einigen Jahren einen ehrgeizigen Fahrplan für die umfassende Modernisierung der chinesischen Industrie verabschiedet. Erklärtes Ziel ist es möglichst schnell zur führenden „Industrie-Supermacht“ aufzusteigen. „Made in China“ soll nicht mehr für billige Massenware, sondern für führende Innovation, Qualität und Effizienz stehen. Alle Erfahrungen zeigen das es China gelingen wird, seine Pläne umzusetzen. Das Land wird, das ist heute schon zu beobachten, im Spitzentechnologiebereich extrem schnell zu einem ernsten Konkurrenten auf Augenhöhe. Die oftmals überraschende Dynamik und die strategische Wucht dieser Nation ist eine ernst zu nehmende Kampfansage an die etablierten Industrienationen und sollte keinesfalls unterschätzt werden.
China geht auf allen Feldern in die Offensive, die das technologische Rückgrat der deutschen Industrie bilden. 10 Hauptangriffspunkte werden dort benannt. Neben der Luft und Raumfahrtindustrie, der Energieerzeugung, der Mobilität und weiteren Sektoren wie z.B der Medizin, wird unter anderem auch der Hochtechnologieschiffbau aufgeführt. Anders als wir Europäer haben die Chinesen die ungeheuren Chancen der maritimen Sektoren erkannt. Auf vielfältige Weise werden die Chancen und Möglichkeiten der Meere und Ozeane elementare Kraftzentren der Zukunft bilden. Das hat dieses Land erkannt und konzentriert seine Energien dort.
Wahrscheinlich wird man sich in Peking wundern wie gleichgültig wir dabei zusehen. Die Chinesen haben den überragenden strategischen Wert der verschiedenen von ihnen fokussierten Kernindustrien erkannt. Ununterbrochene technische Innovation und eine fortschrittliche sich stetig weiterentwickelnde hochspezialisierte Produktion bilden immer noch eine Einheit. Sie bedingen einander vielfach. Wer glaubt auf eine konkurrenzfähige Industrie verzichten zu können legt die Axt an die Wurzel unseres Wohlstandes.
Hochtechnologiebetriebe wie Kuka werden von China gezielt aufgekauft. Darüber hinaus ist es jetzt zu den ersten konkreten Aufträgen und Kooperationen mit europäischen Werften bei dem Bau von Kreuzfahrtschiffen gekommen. Wie im Lehrbuch für industrielle offensive Expansion vollzieht sich der Angriff auf den Hochtechnologieschiffbau.
Ein Sturm ungeahnten Ausmaßes zieht auf, während wir uns noch an unseren Exportzahlen von gestern berauschen und in Sicherheit wägen. Schon weit vor den gesetzten Planzielen werden wir eine weitere Welle dynamischer Expansionen chinesischer Technologie erleben. Die dortige Regierung denkt bei der konsequenten Modernisierung und Expansion ihrer Industrie langfristig und strategisch. Sie haben alle dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung. Sie haben die Marktmacht, sowie die Anzahl an qualifizierten und erfolgshungrigen Menschen. In naher Zukunft werden chinesische Unternehmen hochwertige Autos, Flugzeuge, Maschinen und Anlagen im Ausland anbieten. Schon heute besitzen sie eine erfolgreiche Raumfahrt und lehren Google & Co durch eigene Suchmaschinen das Fürchten. Reichen diese beobachtbaren Entwicklungen denn nicht als Weckruf?

Was sind unsere Antworten, was sind unsere Ziele? Wie verteidigen wir das  was uns wichtig ist, und wie bauen wir die strategischen Sektoren, wie z.B die maritime Industrie weiter aus? Agieren wir mutig und offensiv oder im Rückwärtsgang?
Ein erster Schritt sollte die energische und im Vergleich zur heutigen Praxis viel weitergehende Unterstützung von Innovationsbemühungen bei den Produkten, den Produktionstechnologien, Anlagen und Systemen sein. Also unbürokratische, schnelle, dynamische und umfassende Förderung und Unterstützung auf allen Gebieten die uns streitig gemacht werden sollen.
Darüber hinaus brauchen wir möglichst schnell einen politischen und gesellschaftlichen Konsens zur konsequenten Nutzung der Digitalisierung (Industrie 4.0). Wir brauchen Innovationen aber auch technologische Revolutionen. Hierzu gilt es alle Kräfte zu bündeln. Jeder der sich bei diesem Bemühen abseits stellt, soll bitte die Rolle unseres Landes und unserer Gesellschaft in einer globalen Arbeitsteilung skizzieren, wenn andere Nationen die Innovatoren technischen Fortschritts sein würden?

Eine ironische Bemerkung am Ende dieser Gedankensplitter…..
In diesem Kontext von elementaren strategischen globalen Anforderungen an die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bekommen Überlegungen zum Wiederaufbau einer teilzerstörten Brücke in ursprünglicher Form (also auf dem Stand des letzten Jahrhunderts) an der Ems einen schon fast tragischen Beigeschmack. Chinesische industrielle Strategen werden vor Lachen in die Tischkante beißen……

Weckruf?

Autoimmunerkrankung?

Bei einer Autoiummunerkrankung  agiert der Körper gegen sich selber. Es ist eine ärgerliche und dumme Krankheit, denn sie greift den eigenen Organismus an. Das Immunsystem kann nicht mehr sauber unterscheiden zwischen Angreifern, gefährlichen Eindringlingen und den eigenen Zellen.

Es gibt jedoch offenbar auch eine weitverbreitete politische und geistige Autoimmunerkrankung.

Ängstlich schauen wir auf eine Welt die immer undurchschaubarer, immer erruptiver unkalkulierbarer und verrückter zu werden scheint. Die allgegenwärtige Informationsdichte führt dazu, dass viele Menschen den Eindruck gewinnen das Gefahren und Gewalt, Korruptheit und alles Negative Überhand nehmen. Doch ist dies tatsächlich so?  Bewegen wir uns als Menschheit unaufhaltsam in ein Desaster hinein?
Merkwürdig wie uns doch Untergangsszenarien und Katastrophen anziehen wie Motten das Licht.

Es gibt doch andererseits Milliarden andere Beispiele von unglaublicher Hilfsbereitschaft, von Mitmenschlichkeit, tiefer Empathie und Verantwortung für die Menschheit und unsere Welt. Es gibt milliardenfach mehr Ehrlich- statt Unehrlichkeit, es gibt viel mehr Menschen die für andere da sind als jene die anderen nach dem Leben trachten. Es gibt viel mehr Menschen die verantwortlich und klug und weise handeln als jene, die aus purer Geld und Machtgier die schlechtesten Eigenschaften in uns Menschen zum Vorschein bringen.

Natürlich gibt es vielfältige reale Gefahren. Wer wollte dies abstreiten? Es gibt große Herausforderungen vor denen wir stehen. Doch unsere manchmal fast lähmende Angst vor der sich unablässig verändernden Welt ist anders als die reale Gefahr eben nicht real. Diese Angst wird gespeist durch Wahrnehmungen und Beobachtungen unserer Umgebung. Angst darf uns nicht prägen, unsere Handlungen maßgeblich beeinflussen und uns dominieren. Angst ist ein schlechter Ratgeber und ist kein Schicksal, denn sie ist ein Produkt unserer eigenen Gedanken.

Dementsprechend haben wir es als einzelne Individuen und auch als Gesellschaft in der Hand ob Ängste oder Hoffnungen und Erwartungen unsere Triebfedern der Zukunft sein sollten.

Es gibt, wenn man sie sehen will, viel mehr Zeichen von Hoffnung als solche die uns resignieren lassen wollen. Die positiven Beispiele die nachahmenswert sind, bestimmen unser Leben viel mehr als alles andere. Sie bekommen nur nicht die gleiche Aufmerksamkeit. Sie sind eben nicht schlagzeilenträchtig. Sie können auch nicht dem einen oder anderen Lager zugeordnet werden.
Diese positiven Beispiele werden auch wesentlich weniger „geteilt“ und damit zur Nachahmung empfohlen als die oftmals von „empörten“ Zeitgenossen gesteuerten, leider oft einfach erlogenen (Neudeutsch „gefakten“) Informationen in den sozialen Medien.

Gezielt werden negative Kampagnen mit Hass, Wut und Vorurteilen gestaltet. Sie schüren und speisen Ängste. Sie können und sollen als Gift zu politischen und geistigen Autoimmunreaktionen gegen die eigene Gesellschaft (Demokratie) führen.
Religiös politisch islamistische, rechte und linke Agitateure leben als Erreger in einem eigenen Echoraum. Sie nehmen nur noch wahr was ihrem jeweiligen Weltbild entspricht. Sie erfinden, produzieren und inszenieren mit wachsender Intensität die Bilder, Skandale und Kommunikationskriege die wie Entzündungen unsere Gesellschaft schwächen sollen. Gleichzeitig empören sich die Verursacher und Verfolger anderer Menschen über die von ihnen selber hervorgerufenen Symptome.

Die islamistisch salafistischen Eiferer, die von rechtem faschistischen oder linken Gedankengut getriebenen, die AfD Pegida Vertreter, – sie alle sind groteske Vertreter einer menschlichen und politischen Sackgasse. Es gibt von und mit ihnen keine Lösung, es gibt nur einen brodelnden Abgrund von Stillstand, noch mehr Problemen und völliger Perspektivlosigkeit.

Diese Eiferer werden allerdings nur dann gefährlich wenn es ihnen gelingt ihr Gift von Hass, Wut, von Lügen und Vorurteilen in unserer Gesellschaft zu injizieren. Das dies in einer demokratisch geschwächten Gesellschaft gelingen kann hat der amerikanische Wahlkampf gezeigt.

Alle diese Extremisten brauchen sich paradoxerweise gegenseitig um ein Feindbild zu haben und gleichzeitig ähneln sich sehr.
Sie arbeiten daran das möglichst viele Menschen auf die unablässig produzierte Angst, Wut und die negativen Gedanken hereinfallen und wir uns mit schnellen Antworten und Diagnosen und überstürzten Rezepten behandeln wollen.

Keines der heutigen „politischen Läger“ kann auf unseren heutigen Herausforderungen in einer globalisierten Welt eine „lagergerechte“ Antwort geben. Wir werden neue wahrscheinlich auch unbequeme Antworten abseits der bisherigen liebgewordenen Positionen finden müssen. Die politischen und wirtschaftlichen Eliten werden schnell lernen müssen den Menschen zuzuhören, sie zu achten und das Auseinanderfallen der Gesellschaften zu verhindern.

Diagnostizierte  Autoimmunerkrankungen verlangen nach einer langwierigen oftmals lebenslangen Behandlung. Eine solche konsequente Behandlung wird bei unseren aktuellen europäischen Krankheitssymptomen (ob sie Namen wie Brexit, Le Pen, Wilders oder AfD, PIS in Polen oder Orban in Ungarn haben) notwendig sein.

Die Medikamente könnten sein (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Europäische Geschlossenheit, Nationale Offenheit, Hoffnung und der Anspruch an eine positive Zukunft als Maß allen Handelns, Klugheit, Besonnenheit, Bedingungslose Ehrlichkeit und Transparenz bei der Kommunikation, Bildung, Konsequentes Handeln in allen Bereichen, umfassender Verantwortung für die Menschen für unsere gesellschaftliche Werte, für unsere Welt und die Umwelt.

Und jetzt die spannende Frage an alle Profis. Wie gestalten wir aus diesem Medikamenten Cocktail einen positiven „populistischen Traum“? Gelänge uns dies – kein Populist heutigen Zuschnittes hätte noch eine Chance!

 

 

 

Autoimmunerkrankung?

Freiheit unter Druck

Nimmt man heute öffentlich Stellung zu vielleicht nicht ganz populären Themen erhält man nicht selten wohlmeinende Kommentare die mich nachdenklicher machen als die Vorgänge zu denen man sich eigentlich geäußert hat.
Die anonymen je nach getätigten Äußerungen von links oder rechts übermittelten allgegenwärtigen Hasskommentare die im Netz unterwegs sind, die meine ich nicht. Sie sind widerlich, aber gehören offenbar immer stärker zur neuen „Normalität“?!

Doch was passiert in unserer Gesellschaft, wenn kritische Meinungsäußerungen im Bekannten, Freundes und Kollegenkreis zu Fragen führen wie: Hast Du keine Bedenken Dich so zu äußern? Was denken andere? Ist das nicht gefährlich? Solltest Du nicht vorsichtiger sein? Schadet Dir das nicht? Oder am schlimmsten von allen…..Es hilft doch sowieso nichts, was hast Du denn davon?

Unsere Gesellschaft lebt und entwickelt sich existenziell in und von der Freiheit. Diese Freiheit ist insbesondere auch die Meinung der oder des andersdenkenden. Völlig egal ob diese uns passt oder auch nicht, wir müssen und können diese in Freiheit aushalten.
Die zuspitzende, ehrliche, transparente und offene Diskussion gegensätzlicher Standpunkte ist das Salz in der Suppe einer funktionierenden Demokratie.
Natürlich gilt es dabei Grenzen zu beachten. Diese definieren sich einerseits in der Freiheit und Unversehrtheit des jeweils anderen und dem Fundament unseres Landes das sich im Grundgesetz manifestiert.
Was wären wir ohne offene Reden und Gegenreden, was würde aus uns, wenn Pro und Contra nicht mehr in überzeugender und interessanter Form geäußert würde? Was würde aus uns, wenn wir nur noch in unseren jeweiligen argumentativen Schützengräben verharren und nur noch nach Gut und Böse, Freund oder Feind sortieren?

Ich halte überhaupt nichts von geflüsterter oder getuschelter Meinung.
Ich halte auch nichts davon einen Konsens zum höchsten Ziel zu erklären. Die Freiheit auch einmal keinen (!!) Konsens erreichen zu müssen, diese Widersprüche auszuhalten, dass macht den Wert unserer freiheitlichen Grundordnung doch aus. Das macht sie stärker als alle anderen vergleichbaren Systeme.

Rechte und linke Fanatiker sind sich in vielen Dingen sehr ähnlich. Sie verherrlichen Zustände die oftmals nur in ihrer manchmal kruden Vorstellung existieren. Der eine schwadroniert von einer einheitlichen nationalen Kultur ohne einmal zu definieren oder zu wissen was das eigentlich sein soll. Die anderen idealisieren fremde Einflüsse als grundsätzlich begrüßenswert, himmeln Multikultur an ohne dies kritisch zu hinterfragen. Beide sind nicht bereit die Freiheit der anderen anzuerkennen und gemeinsam einen Weg der Entwicklung zu finden. Ein giftiges Klima entsteht in der eine offenen Rede für die jeweils eine oder gegen die andere Sichtweise als Tabubruch erkannt und moralisierend geächtet wird.

Ich habe den Eindruck das tatsächlich die Freiheit als Inbegriff und Kern unserer Gesellschaft immer mehr von allen Seiten unter Druck kommt. Die einen minimieren unsere Freiheiten mit dem Anspruch diese schützen zu wollen, die anderen (AfD und Freunde) wollen sowieso einen totalitären undemokratischen Staat und die radikalen Islamisten können mit diesem Begriff sowieso nichts anfangen. Und wir alle? Wir lassen uns dieses unglaubliche Geschenk der Freiheit in Frage stellen.

Und es fängt an mit: Hast Du Dir das gut überlegt was Du da schreibst, ist das nicht ……

Freiheit unter Druck

Volksverräter?!

Ob in Dresden oder an anderen Orten. Die Beschimpfungen der Rechtsextremisten, der Pegida Aktivisten und AfD Politiker gegenüber den gewählten Vertretern unserer Demokratie sind kein Zufall. Es sind bewusste Grenzverletzungen. Die gebrüllten Beschimpfungen, als Volksverräter, als Lügenpresse oder ähnliches sind nicht aus mangelndem Intellekt gewählt, sind keine zufälligen Entgleisungen. Frauke Petry möchte den Begriff „Völkisch“ nicht aus langer Langeweile wieder hoffähig machen. Diese Sprache ist bewusst gewählt und auch keineswegs ein Ausdruck von Geschichtslosigkeit.
Diese Worte aus dem Vokabular der Nationalsozialisten werden ganz bewusst genutzt um sie wieder gesellschaftsfähig zu machen. Diese Leute wollen damit ausdrücken was sie sind und wer sie sein wollen.
Sie wollen definieren wer zum „Volk“ gehört und wer eben nicht. Diese Sortierung der Menschen gab es schon einmal.
Es sind keine besorgten Bürger die dergestalt in der Pegida oder der AfD aktiv sind. Es sind vielmehr Rechtsextreme die sich dieser Ideologie verschrieben haben.
Aufmerksam sollte man diesen sogenannten Wutbürgern zuzuhören. Wie ihre Vorgänger im 3.Reich beschimpfen sie andersdenkende als Verräter und belegen diese mit Insektenbegriffen. Ist der nächste Schritt die nicht mehr versteckte, sondern ganz offene Diskussion über lebenswertes oder unwertes Leben? Die Worte folgen den Gedanken, die Handlungen den Worten?
Solche Auswüchse, geboren aus Hass und Uneinsichtigkeit, so ein Unvermögen verantwortungsvoll in einer sich so tiefgreifend wandelnden Welt zu agieren, ist zwar für uns alle beschämend, doch eine starke Demokratie muss auch so etwas aushalten. Wir sollten nur bitte nicht den Fehler machen diese Menschen zu verharmlosen oder im politischen Wettstreit sogar deren Positionen oder Sprache kopieren. Das führt nur zu weiterer Verrohung.
Noch einmal mehr der Hinweis auf unsere Vergangenheit. In der düstersten Vergangenheit unseres Landes verloren jene die von den Nazis als Volksverräter bezichtig wurden die Existenz und später auch das Leben (siehe Anhang).

Bild zeigt Text
Volksverräter?!

Einige Zeilen an meine Enkel …

Zum dritten Mal sind meine Frau und ich vor einigen Tagen wieder Großmutter und Großvater geworden. Wir sind dankbar für diese kleinen Menschen. Diese Zeilen schreibe ich für meine Enkel aber auch für die vielen entzückenden kleinen Wesen die unsere Welt so reich machen.

Liebe Nora, lieber Ihno und lieber Jarno.

Noch können Oma und ich euch nur liebkosen und zeigen welche Liebe zu euch uns erfüllt. Doch unsere Gedanken sind immer bei euch. Im Vergleich zu eurem jungen Leben bin ich schon lange auf dieser Welt. Ich besitze meine eigenen sowie die Erfahrungen meiner Eltern. Diese möchte ich bündeln in einigen Zeilen an euch.

Ihr seid ein wundervolles Geschenk für eure Eltern und an uns alle.
Wertvoll und einmalig seid ihr. Wann immer ihr später einmal traurig oder verzagt seid, denkt daran wie ihr geliebt werdet und dass jeder Mensch kostbar und einzigartig ist.
Ihr habt die ersten Schritte in ein gutes Leben getan.
Ihr braucht keine Angst zu haben, euch nicht zu fürchten. Glaubt mir, euer Leben ist eine Gabe und es ist dazu da ausgekostet zu werden.

Habt viele Träume, Wünsche, Verrücktheiten und Hoffnungen. Sie machen ein Leben reich. Ich wünsche euch dass ihr eure Träume sorgsam aufbewahrt, an sie glaubt und nicht danach fragt was andere darüber denken. Glaubt mir, das tun viel zu viele Menschen. Liebe Enkel, sucht und umgebt euch mit Menschen die unverbrüchlich an das Gute im Menschen glauben, die erfüllt sind von positiven Gefühlen und die nicht nur jammernd verlorenen Gelegenheiten nachtrauern.

Ich wünsche euch kleinen Menschen viel Klugheit, ein untrügliches Gefühl für Gerechtigkeit, den Mut euren Weg aufrecht zu gehen und euch selber treu zu bleiben.

Ich wünsche euch die Fähigkeit Maß halten zu können. Das ist in der Zeit in der ich diese Zeilen schreibe sehr selten geworden. Die Werbung ist allgegenwärtig und lässt uns glauben das nur durch den Besitz von möglichst viel materiellen Gütern Zufriedenheit oder Glück entsteht. Glaubt dies nie!
Seid aber ruhig maßlos in der Weitergabe von Emotionen, von Liebe, Zuneigung, Wärme und von positiven Gefühlen jeder Art.

Ich wünsche euch die Zeit und die Muße zum Nachdenken. Ich wünsche euch die Möglichkeit Vertrauen zu erleben. Vertrauen in euch selbst, in eure Umgebung in euer Schicksal. Und ich wünsche euch Freiheit. Schätzt jede Form von Freiheit, sie ist nicht selbstverständlich.

Ich wünsche euch viele Hoffnungen. Menschen brauchen die Hoffnung wie ein Baum das Wasser. Hoffnungen sind der Motor unseres Lebens. Dies war schon immer so und wird auf ewig so bleiben. Eure Eltern und auch wir setzen unsere Hoffnungen in euch und euer „hoffentlich“ gelingendes Leben. Hoffnung ist schon so alltäglich in unserem Leben präsent, das wir es kaum noch wahrnehmen wie oft wir diese Kraft, diesen Antrieb gebrauchen.

Ich wünsche euch einen achtsamen Umgang mit Verantwortung. Wir sind verantwortlich für das was wir tun wie auch für alles was wir unterlassen. Freiheit und Verantwortung bedingen einander und sind wie Zwillingsgeschwister.

Ich wünsche euch die Fähigkeit zur Liebe. Alles andere verblasst daneben. Nur diese Gabe lässt uns letztendlich zu dem werden wer wir sein können und wollen.

Liebe Enkel. Geht nicht den einfachen Weg. Geht Risiken ein und macht ruhig Fehler. Ihr werdet nach einem hoffentlich langen Leben erkennen das Fehler ärgerlich aber auch extrem hilfreich sind. Sie verhindern das wir abgehoben, gleichgültig und arrogant werden und sie machen uns dankbar für unser Glück und die Erfolge.

Ihr werdet sehen dass es Menschen gibt die beeindrucken. Aber auch besondere, manchmal berühmte Menschen, sind eben nur Menschen.  Lasst euch nicht vom äußeren Schein von Macht, Geld oder Popularität blenden. Sie fühlen und denken wie ihr.

Ich empfehle euch, eine richtig real gefüllte Schatzkiste zu haben. Dort notiert und hinterlegt man Wünsche, jene Dinge die man noch verwirklichen will und die einem gut tun. In diese Schatzkiste gilt es immer und immer wieder zu greifen und tatsächlich zu versuchen die Dinge im Leben zu verwirklichen die man sich wünscht.

Seid neugierig auf all das was das Leben bereithält. Verschiebt euer Leben nicht auf morgen. Lebt es unmittelbar!

Seid immer warmherzig zu den Menschen. Bemüht euch zu helfen und ihnen zur Seite zu stehen.  Ich glaube fest daran das ihr denen eine Stärke sein werdet die Mitgefühl, die Liebe und die Unterstützung brauchen.
Ich wünsche euch eine tiefe Humanität in all eurem späteren Handeln. Ich wünsche euch das nie Hass auf andere Menschen euer Leben verdunkelt. Seid nicht negativ und seid vorsichtig in eurer Kritik. Passt auf eure Gedanken auf denn diese werden eure Worte, die Worte werden zu Handlungen und die Handlungen werden euer Schicksal. Immer dann wenn meine negativen Gefühle die Oberhand gewannen, bin ich am Ende doch irgendwie gescheitert.

Ich habe mein Leben lang viel gelesen und ich wünsche euch von ganzem Herzen die Inspiration aus den vielen wundervollen Büchern die es gibt. Lasst euch ermuntern euren Geist fliegen zu lassen. Lasst euch auf das Lesen ein. Dies ist ein unendlicher Fluss von Inspiration, ihr speist damit eure Phantasie und eure Träume. Ihr könnt klug werden und das Lesen kann euch dabei helfen eine unverwechselbare Persönlichkeit zu werden.

Seid immer ehrlich und wahrhaftig. Unwahrheiten schaden euch selber, kosten Würde und Kraft. Haltet immer die Versprechen, die ihr gebt. Ihr werdet sehen das die Wahrheit und Aufrichtigkeit keine Last sind sondern zu einem unverwechselbaren Teil eurer Persönlichkeit werden.

Lasst die Menschen die ihr liebt und die ihr schätzt dies jeden Tag spüren. Jede Minute die man darauf verzichtet dies zu zeigen ist eine nie wiederkehrende Gelegenheit.

Seid neugierig auf die Welt. Schaut euch um, macht Reisen. Spürt unsere Erde an allen Enden solange ihr jung seid. Wartet nicht auf eine passende Gelegenheit – holt euch die Erfahrungen die unsere wundervolle Erde uns bietet.

Liebe Enkel, arbeitet für euer Leben in einem Beruf der euch erfüllt. Arbeitet nicht gegen eure Gefühle und nur wegen des Geldes. Weder Körper noch Seele könnten dabei gesund bleiben.

Wir haben unsere Welt nicht geerbt, sie wurde uns nicht geschenkt, wir haben sie von unseren Kindern und Enkeln geliehen. Bewahrt, beachtet und schützt die Natur – das ist unsere gemeinsame Verantwortung.

Ich bin gespannt wann eure Eltern euch das erste Mal diese Zeilen vorlesen oder ihr diese selber lesen könnt. Vielleicht haben wir ja die Gelegenheit darüber zu reden was aus diesen Wünschen geworden ist.

Euer Opa

Einige Zeilen an meine Enkel …

Du bist noch in der Kirche …???

Du bist noch in der Kirche – und auch noch aktiv?

Ungläubige Reaktionen sind nicht selten, wenn man in Gesprächen wie selbstverständlich auf das eigene christliche Verständnis hinweist. Eine ähnliche, gerade geführte Debatte, am Telefon reizt mich jetzt doch zu einem kurzen Gedankensplitter.

Wir haben eine merkwürdige Welt in der ein Kirchenaustritt bzw. offen bekundete Glaubenslosigkeit als „normal“ und ein Festhalten an Kirche oder dem  Bekenntnis zum Glauben als nicht zeitgemäß, „merkwürdig“ und erklärungsbedürftig angesehen wird. Bekennt man sich offen und will diesen kurzen Momente des Interesses nutzen, ist man gezwungen kurz, prägnant und ohne theologische Begründungsmonstrositäten zum Nachdenken anzuregen.

Ich verweise bei diesen Diskussionen auf die Argumente die für mich prägend sind:

  1. Ich bin davon überzeugt das weder unsere einmalige Erde, meine Eltern, meine Frau, meine Kinder, meine Enkelkinder oder ich selber ein Zufallsprodukt sind. Ich bin keineswegs eine durch einen chaotischen Zufall zusammengesetzte Form aus Kohlenwasserstoff. Mein Leben hat, davon bin ich überzeugt, Ziel und Sinn und endet nicht einfach im nirgendwo.
  2. Für mich faszinierende Menschen sind und waren geprägt vom Glauben. Nach all dem was wir von Jesus überliefert bekommen haben, hat dieser bis heute universell gültige Empfehlungen zu einem besseren Leben zwischen uns Menschen gegeben. Wir sind völlig frei diese zu befolgen. Er war nicht bereit sich den damaligen Machtverhältnissen zu beugen auf seinen Glauben und  seine Überzeugungen zu verzichten und hat sein Leben für sein selbstloses Wirken geopfert. Seine Gefühle und Emotionen, seine Zweifel, Ängste aber auch die Zuversicht, das Vertrauen und der tiefe Glauben zeigen einen zutiefst lebendigen Menschen und keine abgehobene fremdartige Gottheit. Nähe, Solidarität und Nachfolge wird dadurch erst möglich. Das Paradies könnten wir mit dem von ihm aufgezeigtem „christlichen Betriebssystem“ zu erheblichen Teilen schon zu Lebzeiten erschaffen und brauchen nicht erst auf den Tod zu warten. Menschen der jüngeren Vergangenheit die auch durch ihr Leben und Wirken strahlten und eine im Glauben verankerte tiefe Humanität, Liebe und Mitgefühl zeigten, sind Vorbilder. Ob dies z.B, um nur einige wenige zu nennen, Martin Luther King, Albert Schweitzer ob dies Nelson Mandela waren. Ihr Leben, ihre Mission speiste sich aus ihrem Glauben und war in unserer oft so dunklen Menschheitsgeschichte ein leuchtend heller Fleck.
  3. Ich erlebe viel Freude und Energie bei so vielen Menschen in der Kirche. Sie geben mit ihrer Lebenszeit das wertvollste was wir haben. Sie kümmern sich wie selbstverständlich um andere Menschen. Bedürftige und Kranke bekommen Zuspruch und Wertschätzung und die meisten Menschen Freundlichkeit. Diese Christen verzagen nicht. Sie bauen an den entlegensten Stellen Schulen, Krankenhäuser und Kirchen als Zeichen der Hoffnung. Sie setzen ihr Leben und ihre Gesundheit auf´s Spiel um anderen zu dienen ohne dafür jemals als Held berühmt oder irgendwann einmal reich zu werden.
  4. Die Kirche ist die einzige Organisation auf der Welt die es sich zum Ziel gesetzt hat Frieden, Glück und Segen für ausnahmslos alle Menschen zu erreichen. Es gibt kein Gewinnstreben. Das einzige Ziel ist die Vermehrung von Glauben, Humanität und Menschlichkeit.

Das alles führt dazu das ich bei allem Reparatur, – und Änderungsbedarf in der Institution Kirche Fan des Glaubens war, bin und bleiben werde. Ich weiß das dies kein theologisch argumentativ sauber aufgelegtes Glaubensbekenntnis ist. Ich fühle mich aber besser dabei …..;-)

Du bist noch in der Kirche …???

Fußball ….

Wie viele andere Menschen schaue auch ich mir sehr gerne Fußballspiele an.

In meiner Jugend habe ich lange im Verein gespielt.

Deshalb bewundere ich umso mehr die unglaubliche Geschwindigkeit und die Präzision bei den heutigen Ballstafetten.

Ich war immer Linksverteidiger. Damit war meine Aufgabe auch beschrieben. Ich war nicht zum Tore schießen auf dem Platz. Es war die Außenbahn, die meine Lauflinie darstellte. Gezielte Flanken und Pässe zu denjenigen Mannschaftskollegen deren Rolle darin bestand den Ball in das gegnerische Tor zu schieben, das war meine Aufgabe.

Wie heute bei der EM auch. Es ist bezeichnet wie diese oft nicht einfachen Individualisten in wirklich guten Mannschaften nicht durch ein „Alpha Tier“ auf dem Platz in einer Ordnung gehalten werden. Eine hervorragende Mannschaft funktioniert reibungslos, weil jedem auf dem Platz seine Aufgabe und seine individuelle Rolle im Team klar ist. Es ist diese Aufgabe und die damit verbundene übertragene individuelle Verantwortlichkeit und eine erfolgreich umgesetzte Autonomie, die ein Spiel dynamisch und eben oftmals auch erfolgreich machen.

Da stelle ich mir die Frage, wie die Wirklichkeit in unseren Betrieben aussieht?

Wissen wir alle um die Bedeutsamkeit der jeweiligen Rollen für die Schnelligkeit, Dynamik, Agilität und damit den Erfolg? Wertschätzen wir diese Rollen? Akzeptieren wir, dass strikte Hierarchien immer weniger in der Lage sind, auf die rasend schnellen Umgebungsveränderungen so zu reagieren wie es notwendig wäre?

Sind wir mit den heutigen Organisationsstrukturen gut aufgestellt? Haben die Spieler Spaß, kommen die Pässe an oder quälen wir uns? Spielen wir mit blindem Verstehen und auch gegenseitigem Vertrauen oder mit einem System das nur noch durch einen viel zu hohen Kontrollaufwand bestehen kann und wo individuelle Kreativität, Experimentierfreude und Spritzigkeit dauerhaft auf der Strecke bleiben?

So und jetzt schaue ich mir die Spanier an ;-)))

 

2016-06-21_21-41-58.png

Fußball ….