Oh bitte keine Verantwortung ….

Die Dieselaffäre nimmt einfach kein Ende. Doch nicht nur dort gibt es Diskussionen die bei mir die Fragen zu der Verantwortung von Aktionären entstehen lassen.

Ein Freund, der überzeugter Aktienbesitzer ist, reagierte entsetzt als ich ihm erläuterte, dass ich es für klug halten würde, wenn die Unternehmen viel Geld in Nachrüstungen von Diesel Pkw investieren würden. Es wäre eine Investition in die Zukunft. Hierfür müsste man dann vielleicht für einige Jahre auf eine Dividende verzichten. Sprachloses Entsetzen entsteht.
Obwohl mein Bekannter regelmäßig die Kurse seiner Aktienpakete kontrolliert, scheint sein Kontrollwunsch bei dem zu erwartenden Gewinn zu enden?!
Damit konfrontiert, betont er ehrlich entrüstet, dass er keine Schuld an möglichen Betrügereien habe. Das sei in der Verantwortung der Vorstände.
Doch wählen bzw. bestätigen die Aktionäre nicht regelmäßig die Vorstände?! Sie üben ein demokratisches Stimmrecht aus!

Nein, – Schuld an den Betrügereien haben die Aktionäre vielleicht nicht. Aber sie tragen ohne Zweifel Verantwortung!

Wenn eine Aktienfirma Geld verdient und eine Dividende ausschüttet, gibt es viel Applaus. Große und kleine Aktienbesitzer sind zufrieden.  Der Vorstand wird bestätigt. Denn das alleinige Ziel des Aktionärs ist der Gewinn.

Da Verantwortung allerdings nicht abgrenzbar ist, trägt jeder Aktionär auch dieselbe. Er trägt die Mitverantwortung für Betrügereien, für Menschenrechtsverstöße wie z.B Kinder oder Sklavenarbeit zur Herstellung billiger Produkte, für Umweltverstöße und die Zerstörung unserer globalen Lebensgrundlagen.

Aktien sind keine Sparbücher. Sie agieren auf der Basis von Risiko. Und dazu gehört es auch das auch Verluste möglich sind, wenn man etwas falsch macht! Eigentlich selbstverständlich – oder?

Doch auch hierbei ist zu beobachten wie schnell und kreativ wir sind, wenn es darum geht Verantwortung zu delegieren. Wir bestellen via Internet Millionen von Paketen zu billigsten Preisen. Die Verantwortung für, aus diesem Verhalten folgenden miesen Arbeitsbedingungen bei der Auslieferung, haben die Logistikfirmen. Unser individuelles Verhalten und die „Geiz ist geil“ Mentalität wird als dafür nicht verantwortlich empfunden?
Wir machen Urlaub in Staaten die offenkundig Menschen, – und Freiheitsrechte verletzen?
Das müssen die Politiker klären, wir müssen an die Urlaubskasse denken?
Wir kaufen Fisch ohne nachzudenken ob diese aus bedrohten Beständen kommen? Dafür verantwortlich, – der Handel, die Politik oder wer auch immer, nur nicht wir?!

Nein!

Wir tragen für all das was wir tun, oder auch eben nicht tun die Verantwortung!
Das versuchen wir in der Erziehung unseren Kindern zu vermitteln.
Nur wenn es denn einmal konkret im wirklichen Erwachsenenleben wird, dann packen wir die Verantwortung für so viele schlimme Dinge weg. Wir verstecken sie wie ein ungeliebtes Kleidungsstück und machen uns begeistert auf die Suche nach irgendwelchen Schuldigen.

In diesem Sinne wäre eine Diskussion über die wirtschaftlich, moralische, ethische und politische Verantwortung von Aktienbesitz wirklich einmal spannend?

 

 

Oh bitte keine Verantwortung ….

Zurück zum SPD Paradies?

Genauso wenig wie Adam und Eva in das Paradies zurückkehren konnten gibt es auch für Sozialdemokraten keinen einfachen Weg zurück in das gelobte Land glorreicher sozialdemokratischer Wahlsiege.
Die heutige Welt und die Gesellschaft hat sich (Gott sei Dank) gravierend verändert. Sehr vieles ist besser geworden – das vergessen wir nur sehr schnell! Aber auch die Menschen sind anders geworden.

Und auch wenn noch lange nicht alles perfekt ist, wurden insbesondere durch die Sozialdemokratie so unglaublich viele Dinge erreicht für die die alten Sozis gestritten haben. Könnten diese heute unsere vielen Kitas, die noch nicht perfekte aber auf dem Weg befindliche Gleichstellung von Mann und Frau (um nur zwei Beispiele zu nennen) sehen, was würden sie nur denken?
Es gibt jetzt viele die glauben, die Sozialdemokratie könne sich nur in der Opposition heilen oder wenn sie sich nur schnell genug von der Agenda 2010 lossagt.
Doch so einfach ist es nirgendwo im Leben.

Hat man in der Schule Probleme muss man ackern und sich anstrengen. Im Sport erwarten die Fans von der abstiegsbedrohte Mannschaft den sichtbaren Willen zur unbedingten Leistung – ein freiwilliger Abstieg in die zweite Liga ? Verrat an den Fans!
In der Arbeit ist die Überzeugung von den eigenen Fähigkeiten, der unbedingte Kampfeswille und die Selbstmotivation ein wichtiges Einstellungs,- und Karrieremerkmal. Kommt ein Unternehmen in Schwierigkeiten erwarten wir alle einen aufopferungsvollen Kampf um die Existenz und rufen doch nicht gleich nach dem Insolvenzverwalter?
Wieso sollte sich die SPD so verhalten dürfen, denn nichts anderes bedeutet der Weg in die Opposition. Wenn man nur dort auf den Oppositionsbänken konsequent und prinzipientreu, motiviert und begeistert für Ziele streiten kann, warum sollte man solch eine Partei jemals wieder an die Macht wählen?
Der alte Betriebsratsvorsitzende der Thyssen Nordseewerke, Walter Gehlfuß hat mir bei einer schwierigen Diskussion einmal folgenden Ostfriesischen Sinnspruch mit auf den Weg gegeben „Wer als Pfannkuchen angesehen wird und sich wie ein Pfannkuchen verhält, der wird auch als Pfannkuchen gefressen“.
Die SPD sollte sich nicht wie ein Pfannkuchen verhalten, sich zurückziehen und darauf hoffen irgendwie aus dem Tal der Tränen herauszukommen. Selbstbewusstsein ist gefragt.

Genau jetzt, heute und hier gilt es zu sagen das die Zukunft der SPD nicht in der Vergangenheit liegt. Die SPD lebt im hier und heute und sollte demonstrieren dass sie das stärkste sein kann was die so unterschiedlichen Menschen haben.
Wir werden nie wieder, wie in alten Zeiten so gleichartige Ziele und Vorstellungen haben. Aber eine Zukunft mit zersplitterten nur um sich selbst kreisenden Interessengruppen kann doch auch keine Vision für unsere Gesellschaft sein.
Die Zukunft der SPD liegt nicht in dem polieren der alten Pokale gewonnener Schlachten sondern in der Integration all der unterschiedlichen Menschen die eine gute Zukunft für sich, ihre andersartigen Nachbarn, für ihre völlig anders aufgestellten Kinder und Enkel wollen. Eine solche Plattform baut man nicht als kleine Partei auf der Oppositionsbank sondern als Gestaltungspartner in einer Regierung.

Und für so eine Aufgabe braucht es nicht den symbolischen Abschied von einer Agenda sondern die Zuversicht es gerechter machen zu können wie es heute ist!

Zurück zum SPD Paradies?

Überspitzt formulierter politischer Treibstoff! Es gibt auch eine Politik abseits der Flüchtlingsfrage…

Wie ich es hasse, dass es den Populisten so leicht gemacht wird, sich mit nur einem einzigen Thema (Flüchtlinge) als Politiker „aufzuführen“. Für die wirklich bedeutsamen Herausforderungen unserer Zukunft haben sie keine einzige vernünftige Antwort parat (siehe das gruselige ZDF Sommerinterview mit AfD Gauland). Wir müssen diese Herrschaften in ihrer Ahnungslosigkeit doch stellen! Es gibt genügend herausfordernde Aufgaben für eine verantwortungsbewusste Politik. Die nachfolgend aufgeführten Punkte sind  (nach einer erbitterten Diskussion) vielleicht etwas emotional und zugespitzt dargestellt. Doch würde es nicht Spaß machen hierzu einen produktiven politisch ernsthaften Wettstreit zu machen? Populisten haben keine Antworten auf die Zukunftsfragen. Sie werden nur in den Sachthemen als politische Brandstifter und Scharlatane entzaubert …..

Aufgaben (Kein Anspruch auf Vollständigkeit)

  • Für unseren Umgang mit älteren Menschen und den Zustand unseres Pflegesystems, müssen wir uns als wohlhabendes Land schämen. Viel zu wenige, überlastete und unterbezahlte Pflegekräfte können  ältere Menschen nur noch „bearbeiten“.  Weil sie dies wissen bekommen die Menschen Angst vor dem Alter. Altersarmut ist eine reale Gefahr. Es ist keine Wertschätzung und Ehre für eine Lebensleistung mehr da, sondern nur noch das Gefühl eine ökonomische Belastung zu sein?!
  • Jeder weiß, dass unser Rentensystem ohne gravierende Anpassungen (Beitragszahler) zusammenbrechen wird.
  • Unser Gesundheitssystem bröckelt vor sich hin und entwickelt sich, insbesondere in den ländlichen Bereichen schon heute zu einer Katastrophe.
    Gleichzeitig verschlechtert sich insgesamt die Gesundheit (Übergewicht; Rückenprobleme; die Anzahl psychischer Krankheiten explodiert)
  • In den Provinzen stirbt die Infrastruktur leise vor sich hin. Geschäfte, Gaststätten, Filialen werden geschlossen und Dienstleistungen konzentrieren sich immer stärker auf die Zentren. Örtliche Schwimmbäder, Kulturstätten u.ä kennen junge Menschen in den ländlichen  Regionen nur noch aus Erzählungen.
  • Die Straßen haben Löcher, Brücken rotten langsam vor sich hin. Baumaßnahmen ziehen sich Jahrzehnte in die Länge.
  • Bei den Sicherheitsbehörden (Polizei/ Gerichte) wurde so gespart und geschrumpft, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger verlorengegangen ist.
  • Unsere Schulen bewahren ihren alten Museumscharakter seit Jahrzehnten. Die meisten Kinderzimmer sind moderner ausgestattet als die Schulen. Viele unserer Universitäten sind marode, alt und kaum der geeignete Startplatz für innovative Zukunftsoffensiven.
  • An der Bildung experimentieren alle herum. Ein Kulturland wie Deutschland erzeugt erschreckend viele Analphabeten. Die fehlenden Fähigkeiten bei der Rechtschreibung sind bedrückend, wenn auch nicht so alarmierend wie jene bei der Mathematik.
  • Der Schienenverkehr murkst so vor sich hin. Die Züge werden immer unpünktlicher, der Güterverkehr wird bald überhaupt keine Rolle mehr spielen.
  • Gut ausgebildete Facharbeiter fehlen an allen Ecken und Enden.
  • Die Bundeswehr ist nur bedingt einsatzfähig, gibt viel Geld aus für Technik die nicht funktioniert und Soldaten die deshalb „nicht arbeiten“ können.
  • Im Breitbandausbau und der Digitalisierung hinken wir international meilenweit hinter anderen Ländern her.
  • Wohnraum ist vielerorts kaum noch bezahlbar.
  • Die Armut nimmt unverantwortlich große Ausmaße an. Immere breitere Schichten der Bevölkerung sind real bedroht.
  • Die Luftverschmutzung ist in einigen Städten so hoch, dass sogar gesetzliche Grenzwerte überschritten werden.
  • Der Werteverfall, die Missachtung der Grundwerte unseres Landes beschleunigt sich Tag für Tag.
  • Eine schon fast schon paranoide Angst vor geflüchteten Menschen frisst die politische Seele auf und das Wegschauen bei Not und Elend wird üblich?!
  • Politik wird nur noch als Mangelverwaltung und nicht mehr mit Hoffnung oder Visionen betrieben.

Die diskussionswürdige Aufzählung erzeugt bei mir aber keine Depression sondern erfüllt mich mit großer Zuversicht. Was würde es doch Spaß machen mit kreativen und dynamischen Antworten auf diese Herausforderungen in einen politischen Wettbewerb zu gehen und damit unser Land und unsere Gesellschaft vor den populistischen Hasspredigern zu schützen.

Überspitzt formulierter politischer Treibstoff! Es gibt auch eine Politik abseits der Flüchtlingsfrage…

Wir schaffen das!

Willy Brand hat mit nur drei Worten enorm viel in unserem Land verändert. Die Diskussionen um seine sozialdemokratische Werbung „Mehr Demokratie wagen“ bewegte viele und vieles. Es war wie eine Bluttransfusion für die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft.

Bundeskanzlerin Merkel formulierte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingstragödie im Jahr 2015 auch einen Satz mit drei Worten. „Wir schaffen das“ war eine bemerkenswerte , eine menschliche, eine anständige Haltung. Es war die verantwortungsbewusste Alternative zu seinerzeitigen denkwürdigen Zitaten wie: „Wir müssen die Grenzen schließen und die grausamen Bilder aushalten. Wir dürfen uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen“.

Auch wenn die aktuelle Flüchtlingspolitik heute härter, und abweisender ist als je zuvor, so prägten diese drei Worte für einen ganz entscheidenden Moment eine Haltung, die meines Erachtens nach einen wesentlichen Teil der Seele unseres Staates überleben ließ. Was wäre mit uns allen geschehen wenn wir damals als Gesellschaft unsere Herzen und Grenzen gegenüber dem sichtbaren Elend hunderttausender Menschen verschlossen hätten? Wenn wir, wie es viele und allen voran die AfD forderte, möglicherweise sogar Schusswaffen gegen Flüchtlinge eingesetzt, Stacheldrähte und eine neue Art von Konzentrationslagern an der Grenze gebaut hätten? Reizgas, Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen flüchtende Menschen? Tote Kinder an der deutschen Grenze statt an türkischen Mittelmeerstränden?

Hätten wir dann vor unsäglichem Scham und konsequenterweise den Artikel 1 unseres Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gestrichen? Diesen Kernsatz unserer Verfassung, geboren aus den Erfahrungen von Krieg und Vertreibung?!

Es gab im Zuge der Flüchtlingspolitik Fehleinschätzungen. Es wurden viele Fehler gemacht. Hier gilt es nachzubessern. Es war aber kein Fehler verantwortlich zu handeln und zu helfen.

Einige glauben, dass es heute keine AfD geben würde, wenn wir 2015 die besagten grausamen Bilder an der Grenze ausgehalten hätten. Mag sein – doch unsere liberale, offene und freie Gesellschaft wäre dann quasi die AfD gewesen!
Es ist aktuell ein politischer, ethisch und humanistischer Skandal wie zivilisierte Staaten wissentlich tausende Menschen im Mittelmeer jämmerlich ertrinken lassen. Wie wir akzeptieren, dass abertausende flüchtende Menschen in der Sahara verhungern und verdursten. Falls sie diesen Todesmarsch überleben werden sie anschließend in von uns finanzierten afrikanischen Konzentrationslagern missbraucht, ausgebeutet und getötet. Weil die populistischen Hassprediger immer schriller und lauter werden, geben wir immer mehr unserer humanistischen und christlichen Werte auf?!.

Wir parken diese Werte in einer Warteschleife, weil wir glauben, dass die Menschen Hass und Ablehnung wollen?
Wir sind in Politik und Medien mittlerweile so fokusiert auf Pegida, AfD und rechtsextreme Nazi Positionen das wir gar nicht mehr erkennen wie viel mehr Menschen in unserem Land den Satz „Wir schaffen das“ leben und verwirklichen. Ohne Gebrüll, ohne Aufsehen helfen sie den geflüchteten. Jeder zehnte Deutsche hilft Flüchtlingen. Das ist absolut einmalig und darauf können wir stolz sein. Sie helfen beim Sprachunterricht, bei den Behördengängen, bei der Suche nach Arbeit und Wohnung. Sie zeigen Mitgefühl und Wertschätzung. Diese Helfer füllen den Slogan „Wir schaffen das“ mit Leben und Verantwortung. Zehntausende freiwillige Helfer stehen für die tatsächlichen Werte unserer Gesellschaft. Sie reden und posten nicht über Leitkultur und unsere Grundwerte, sondern leben diese vor.

Ja die AfD und ihre Anhänger erregen mehr Aufsehen, sie sind laut, sie überschwemmen die sozialen Medien, sie sind manchmal furchterregend, sie können mehr brüllen, sie haben einen tieferen Hass, sie sind unbarmherziger in ihrer Ablehnung, sind mitleidloser und härter.

Doch ist es diese dunkle Seite des Menschseins, die wir als Land als Gesellschaft für unsere Kinder und Enkel beispielgebend zeigen wollen?

Wir schaffen das!

Asyltourismus – unglaublich

Nach der faschistischen AfD meint auch die Christlich Soziale Union einen Asyltourismus zu erkennen?

Tod im Mittelmeer:

Der dreijährige Alan Kurdi fand den Tod im Mittelmeer!

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Asyltourismus –echt liebe CSU?

Anweisungen zum Kreuze aufhängen ist leicht, aber die Botschaft auch leben?

Nur mal eben so zur Erinnerung!

Das Evangelium nach Matthäus

….. denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.  

Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?  

Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet?  

Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?  

Wahrlich, ich sage euch: 
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

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Das Netzwerk United for Intercultural Action sammelt Namen und Daten aller Menschen, die aufgrund ihrer Flucht nach Europa ihr Leben verlieren

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit geht diese von mindestens 34.000 Toten seit 1993 aus.

Einige wenige Beispiele für diese 34.000 „Asyltouristen……“ 

  • Jasminka (11)aus Bosnien. Gestorben am 12. 3. 1994 an den Folgen eines Brandanschlags auf ihre Roma-Familie in einem Flüchtlingsheim in Köln
  • Felix Garcia (28)aus Kuba. Tot aufgefunden am 21. 8. 1999 im Radkasten eines British-Airways-Flugzeugs auf dem Londoner Flughafen Gatwick
  • Seiny Dabo, Bouba Cisse, Diaw Sunkar Diemiund acht weitere, unbekannte Männer aus Afrika. Tot aufgefunden am 6. 5. 2001. Verhungert auf einem Boot während der Überfahrt von den Kapverden zu den Kanarischen Inseln
  • Drei Mädchen, Namen und Alter unbekannt, aus Nigeria. Tot aufgefunden im März 2005. Gestorben an Dehydrierung bei dem Versuch, von Niger aus durch die Wüste Libyen zu erreichen
  • Junge (drei Monate),Name unbekannt, aus Subsahara-Afrika. Am 1. 4. 2005 bei der Bootsüberfahrt nach Spanien in den Armen seiner Mutter an Unterkühlung gestorben
  • Conrad Dixon (40)aus Jamaika. Verbrannte sich selbst am 19. 5. 2007 in Stoke-on-Trent, Großbritannien, nachdem sein Asylantrag abgewiesen wurde
  • Serge (43), Tatiana (±40), und Stefan (21) Serykhaus Russland. Sprangen am 7. 3. 2010 aus dem 15. Stock eines Gebäudes in Glasgow, Großbritannien, nachdem ihr Asylantrag abgelehnt wurde
  • Samia Yusuf Omar (21)aus Somalia. Im April 2012 ertrunken bei dem Versuch, per Boot von Libyen nach Italien zu kommen.  Die Leichtathletin und Olympiateilnehmerin war in ihrer Heimat mit dem Tod bedroht worden
  • Kahve Pouryazdan (49)aus dem Iran. Verbrannte sich am 20. 2. 2014 in Tübingen selbst, nachdem er zehn Jahre lang vergeblich versucht hatte, in Deutschland Asyl zu bekommen.
  • Junge (16)aus Afghanistan, Name unbekannt. Am 10. 10. 2015 von den Taliban ermordet, nachdem er gemeinsam mit seinem Bruder von Dänemark zurück in seine Heimat geschickt wurde
  • Frau (40) und Mädchen (14)aus dem Irak, Namen unbekannt. Am 8. 12. 2014 nach dem Durchqueren des Flusses Rezovo an der türkisch-bulgarischen Grenze erfroren
  • Khalid Safi (18)aus Afghanistan. Am 1. 12. 2016 in einer Londoner Straße erstochen. Zuvor hatte der Migrant fünf Jahre lang allein im französischen Calais gelebt
  • Junge (12), Name unbekannt, aus Syrien. Am 15. 9. 2017 von türkischen Grenzbeamten beim Überqueren der syrisch-türkischen Grenze erschossen
  • Mann (28), Name unbekannt, aus Gambia. Am 14. 1. 2018 auf dem Dach eines Zuges von Ventimiglia, Italien, nach Menton, Frankreich, durch einen Stromschlag getötet
  • Snaid Tadese (19)aus Eritrea. Erdrosselte am 20. 4. 2018 in einem Flüchtlingsheim im thüringischen Eckolstädt mutmaßlich aus Verzweiflung ihr Baby und erhängte sich anschließend selbst
Asyltourismus – unglaublich

Reformationstag und Delphine

Der Reformator Martin Luther war in seiner Zeit ein Ketzer!
Wie viele Menschen, die uns wirklich vorangebracht haben, war er ein Abtrünniger seiner bis dahin gültigen Überzeugungen. Der Scheiterhaufen war für ihn eine realistische Gefahr.

Galileo Galilei hinterfragte die damalige Überzeugung, dass die Erde eine Scheibe sei. Seine Zerrissenheit zwischen seinen abweichenden neuen Ideen zum Universum und der realen Gefahr für Leib und Leben (Verfolgung, Folter, Tod) sind in den Geschichtsbüchern dokumentiert.
Auch wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Überzeugungen. Unsere Welt wie wir sie kennen, verändert sich unaufhaltsam. Eine Veränderung und Anpassung unserer Überzeugungen aufgrund Erkenntnisgewinn ist heute in Europa ohne die Gefahr eines Scheiterhaufens möglich. Und doch tun wir uns schwer mit mutigen neuen Entwürfen für unser individuelles Leben, für unsere Gesellschaft oder eine perspektivische Politik.

Denn die Einsicht in notwendige Veränderungen kollidiert mit unseren verfestigten persönlichen, politischen, gesellschaftlichen und religiösen Überzeugungen. Menschen, Parteien, Unternehmen und Bürokratien verdrängen immer wieder die offensichtlichen Realitäten und die daraus folgenden Schlussfolgerungen.
Der Kampf um Erkenntnis ist vor allem ein Kampf gegen unsere selektive Wahrnehmung und unser stark ausgeprägtes Wunschdenken nach Kontinuität.

Überall wird nach kleinen und großen Beispielen als Bestätigung für die jeweilige Sicht der Dinge gesucht.

Wie funktioniert Wunschdenken?

Kleines Beispiel gefällig?
Viele Menschen möchten z.B gerne daran glauben, dass die so faszinierenden Delphine Menschen bewusst aus Seenot retten. Darum ranken sich unzählige Filme und Geschichten.
Viele Forscher haben sich intensiv mit diesen so empfindsamen und hochintelligenten Tieren beschäftigt. Delphine spielen für ihr Leben gerne mit all dem, was sich im Wasser befindet. Sie spielen, schieben, katapultieren dieses „Spielzeug“ durch das Wasser. Wenn Schiffbrüchige Glück haben geraten sie in der Nähe von Land an solche Delphine die sie vielleicht auch noch in die richtige Richtung befördern. Diese Erzählungen manifestieren den Glauben an diese schöne Vorstellung und verfestigt diese ein auf das andere Mal.
Es gibt sicherlich viele unglücklichen Seelen, die als Schiffbrüchige auf hoher See von den Delphinen wahrgenommen wurden. Doch sie ertranken jämmerlich als sie als Spielzeug uninteressant wurden und die Tiere sich, durchaus nachvollziehbar, den wichtigeren Dingen eines Delphinlebens zuwandten. Diese Geschichten können nicht erzählt werden. Sie stellen die andere Überzeugung also auch nicht in Frage.

Wir alle neigen dazu nur das hören und sehen zu wollen, was unsere eigenen Überzeugungen untermauert. Demagogen und Populisten nutzen diese menschliche Eigenart skrupellos. Wenn etwas passiert, was mit unseren eigenen Meinungen übereinstimmt, fühlen wir uns bestätigt. Und wenn es nicht passiert dann wird diese Bestätigung heutzutage herbeigeschrieben und in den neuen Medien tausendfach vervielfältigt. Und das nicht dazu passende wird ausgeblendet.

So leben wir zwar alle in derselben Zeit, in derselben Realität, nehmen diese aber völlig unterschiedlich wahr.

Und hier komme ich zu der Reformation zurück. Martin Luther hat es geschafft aus der Echokammer der damaligen Glaubensgrundsätze auszubrechen. Er wurde Ketzer gegen das was er selber vorgelebt, gelehrt und verbreitet hatte. Er stellte seine Überzeugung durch einen Perspektivenwechsel in Frage. Wie erfrischend wäre es heute, wenn wir alle etwas mehr bereit wären Ketzer gegen unsere eigenen Gedankengefängnisse zu werden und unsere „Überzeugungsdoktrinen“ einer reformistischen ernsthaften Prüfung zu unterwerfen?

 

 

 

 

Reformationstag und Delphine

Quo vadis Religionsfreiheit

Die Wahl ist vorbei und doch stellen wir immer wieder fest wie schwer es offenbar ist mit dem Grundwerkzeug unserer demokratischen Verfassung, dem Grundgesetz, zu arbeiten.
Warum lassen sich aufrechte Demokraten tatsächlich auf den bewusst provozierten Streit um die Religionsfreiheit ein? Weder die AfD noch irgendeine andere Gruppe hat eine, unser Grundgesetz ersetzende oder ergänzende Deutungshoheit.
Die Antwort unserer Verfassung bzgl. der Religionsfreiheit ist recht eindeutig.
Gehört der Islam heute zu Deutschland?
Selbstverständlich, denn Millionen von deutschen Staatsbürgern üben diesen Glauben aus. Fällt der Islam unter die Religionsfreiheit?
Selbstverständlich tut er das. Unser Grundgesetz definiert nicht nach guten, schlechten oder akzeptablen Religionen!
Haben Muslime das Recht aufgrund ihres Glaubens gegen Grundpfeiler unseres Grundgesetzes zu verstoßen? Nein, – haben sie keineswegs.
Eine politische oder religiöse Praxis die nicht Grundgesetzkonform ist, hat keinerlei Rechte auf einen Sonderweg!
Dies betrifft radikale Haltungen aus allen politischen oder religiösen Lagern.
Handlungen gegen die Würde, Freiheit und Unversehrtheit von Menschen, gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau, gegen die Meinungsfreiheit, gegen die Religions,- oder Pressefreiheit sind nicht von unserer Verfassung gedeckt. Das sind, – eine eigentlich recht einfache Feststellung, Verstöße gegen die Basis unseres demokratischen Gemeinwesens und deshalb nicht zu tolerieren.
Das gilt für muslimische Hitzköpfe sowie für rechts,- oder linksradikale Wirrköpfe.
Eine Bitte an all jene die politische, religiöse oder gesellschaftliche Barrikaden errichten. Geht einfach in die nächste Buchhandlung! Unser Grundgesetz ist wirklich lesenswert! Es mag nicht perfekt sein, aber es ist die beste Verfassung die dieses wunderbare Land jemals hatte!
Es steht auch nicht zur Disposition und beschreibt kluge Grundsätze für unser gesellschaftliches Zusammenleben.

Quo vadis Religionsfreiheit