Schäm Dich ….

Die Knüppel rechter Schlägertrupps, die Brandsätze auf Flüchtlingsheime, die Tastaturen von Hasskommentatoren, jene Kugeln die einen Regierungspräsidenten töten, sie alle sind mit der Farbe von Wahlkreuzen bemalt!
Nach einem freundlichen Small Talk gab es am heutigen Tag eine erschreckende Wendung in einer Diskussion mit einem früheren Kollegen und jetzigem AfD Wähler.
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Er:
Das ist wieder einmal typisch für Deutschland. Wer nicht so tickt wie die großen Parteien wird verfolgt. Man muss noch viel mehr AfD wählen damit die endlich aufwachen.
Ich:
Ihr seid verfolgt? Echt? Verfolgt sind meiner Meinung nach doch eher bedrohte Kommunalpolitiker, Flüchtlingshelfer, Fremde die hier arbeiten, Leute denen der blanke Hass entgegenschlägt und Flüchtlinge die hier bei uns Schutz gesucht haben! Wo werden denn Gauland, Weidel, Höcke und Konsorten verfolgt?
Er:
Ja das siehst Du doch. Nirgendwo werden sie an der Regierung beteiligt. Überall ausgegrenzt.
Ich:
Hmmmm und warum ist das so? Welche Antworten geben denn Deine AfD Freunde auf Wohnraumprobleme, Umwelt und Klimawandel, Digitalisierung, Bildung, Pflege, Renten, Globalisierung? Welche Antworten geben die denn in der heutigen Welt. Absolute Fehlanzeige. Ihr wollt dieses Land durch Isolation in die Katastrophe führen! Warum soll man mit Leuten reden oder gar regieren die auf alles nur eine einzige Antwort haben – Flüchtlingsprobleme? Und warum mit Leuten regieren die unsere Demokratie unsere heutige Gesellschaft hassen und verachten?
Er:
Das ist doch typisch. Ihr macht doch alles nur schlecht an der AfD und den Wählern. Und ich bin kein Nazi, kein Faschist.
Ich:
Mag sein. Mit der Bezeichnung bin ich auch vorsichtig. Aber Du unterstützt Faschisten mit Deiner Stimme. Da macht es mir Mühe den Unterschied zu erkennen.
Er:
Wir werden hier von allen angegriffen, jeder haut auf uns herum. Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt.
Ich:
Ihr seid Opfer?
Er:
Ja!
Ich: Opfer sind doch wohl diejenigen die angegriffen, die mit Hass überzogen, die bedroht und verfolgt werden? Ihr seid keine Opfer. Ihr fühlt euch nur so. Ihr fühlt euch als Opfer weil andere eine andere Meinung haben. Euch geht es so gut. Ihr könnt frei eure Meinung sagen (Guck Dir mal an wie oft ihr in den Medien und Talkshows auftaucht). Du wirst wegen Deiner Meinung nicht weggesperrt (So eine Gesellschaft würdet ihr aber gerne haben?). Du fährst, wie ich sehe einen großen Wagen. Dein Haus ist abbezahlt, du warst, wie Du gerade erzählt hast, in Urlaub, bekommst Rente …..
Er:
Aber meine Kinder ….
Ich:
Ach – Du wählst wegen Deiner Kinder eine Politik die schon einmal ganz Europa in Tod und Verderben gestürzt hat? Hast Du Deine Kinder mal gefragt ob die tatsächlich wollen dass Du ihre Zukunft für Deine rechten Halluzinationen und Alpträume missbrauchst? Es gibt tatsächlich einige Dinge die wir als ältere reparieren müssen – wir sollten den nachfolgenden Generationen aber kein Erbe voller Hass und blindem Nationalismus hinterlassen.
Er:
Das ist wieder einmal typisch. Man darf fast nichts sagen und schon ist man Nazi…
Ich:
Sorry – aber die Baseballschläger rechter Schlägertrupps, die schmierigen Tasten von Hasskommentatoren, die Kugeln die z.B einen Regierungspräsidenten töten, sind mit der Farbe Eurer Wahlkreuze bemalt. 

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Das Gespräch endete nach dieser zugegebenerweise drastischen Zuspitzung sehr abrupt.
Manchmal denke ich darüber nach was besser ist. Soll und muss man Verständnis für AfD Wähler aufbringen?
Doch was ist die Folge?
Ich respektiere und schätze konservative oder auch entschieden rechte Politik. Sie ist ein wichtiger, unverzichtbarer und elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Für die Wegsuche in die Zukunft ist der politische Diskurs zwischen Demokraten unerlässlich.
Doch es gibt eine deutliche Grenze zur Rechtsradikalität. Und diese überschreiten weite Teile der AfD immer häufiger.
Wenn Wähler von Rechtsradikalen die sich als „besorgte Bürger“ empfinden, das Gefühl haben, dass sie so verstanden werden, das Ihre Wahlentscheidung akzeptabel ist, – ändern sie dann tatsächlich ihr Wahlverhalten?
Müssen wir nicht tatsächlich viel deutlicher sagen, dass die Wahl oder Unterstützung von Rechtsradikalen kein Kavaliersdelikt ist, dass Sie sich dafür schämen müssten?!
Schäm Dich ….

Nur Schneider handeln vernünftig.

 

2020-02-09_08-56-43.pngGuten Morgen.

Ich habe mir gerade einige Kommentare zu meinen letzten Beiträgen durchgelesen und denke darüber nach. Nachdenklich macht mich dabei, wie oft Bezug genommen wird auf frühere Aufgaben, Rollen und Positionen. Dies scheint mir auch im politischen Tagesgeschäft immer häufiger der Fall zu sein (Google lässt grüßen). Statt inhaltlicher Auseinandersetzung werden immer häufiger Aussagen und Zitate aus vielen Jahren herangezogen.

Der Mensch als statische, quasi in Granit gegossene unveränderliche Größe?

Dabei fällt mir ein Zitat von Bernard Shaw ein.

Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch“

Der Mensch ändert sich (hoffentlich) immer weiter.
Der Maßstab von gestern passt dann eben nicht mehr.
Es macht den Menschen aus unentwegt zu lernen, sich dabei zu verändern.
Viel zu wenige nutzen gewonnene Erkenntnisse zu neuen Positionsbestimmungen.
Erfahrungen, nachdenken und intensives Prüfen von Argumenten verändern Gedanken, Verhalten und Maßstäbe, verändern uns Menschen.

Das wird einen Algorithmus für Suchmaschinen zwar stören, macht uns als bewusste Wesen aber aus.

Nur Schneider handeln vernünftig.

Sind wir mutig?

In meinen Beiträgen weise ich oft auf die Gefahr hin, dass sich eine radikale, eine totalitäre, faschistische oder nationalistische Geschichte wiederholen könnte.
Bei einer intensiven Diskussion in dieser Woche waren meine Gegenüber davon nicht überzeugt. Die Menschen würden sich heute wehren und keine Autokratie akzeptieren oder unterstützen.
Mir fehlt da etwas der Glaube.
Populistische Geister in vielen Ländern treiben schon heute viel zu unbehelligt ihr Unwesen. Sie drohen, lügen und betrügen und es gibt einfach zu wenige, die sich ihnen entschieden und mutig entgegenstellen.

Die weitaus meisten von uns Menschen haben wirklich wenig Mut.
Und dieser Mut verringert sich im gleichen Maße in dem wir glauben nicht mehr in einer starken, oder der stärkeren Gruppe zu sein.
Deshalb greift radikale demokratiefeindliche Politik auch genau dieses Gemeinschaftsgefühl an.
Sie verleumden und zerstören das Vertrauen in unser Staatswesen, in Gruppen, Parteien, Verbände und Medien. Ihr Ziel ist die Vereinzelung der Menschen um so ihr Demokratie und Freiheit zersetzendes Gift wirkungsvoll anwenden zu können.

Es ist leider nicht verwunderlich das die meisten Menschen in Diktaturen sich ducken. Es braucht dazu noch nicht einmal unmittelbare Todesdrohungen.
Oft genügt schon die Angst vor möglichen wirtschaftlichen Nachteilen. 

Es finden sich immer zigfache Gründe für ein „Aushalten und Schweigen“.

Das macht doch keinen Sinn, da bin ich doch alleine, was kann ich schon ausrichten usw usw. Viel zu viele schweigen zu den vielen Grenzverschiebungen in Politik und Medien. Menschenhass, auch pure unmittelbare Gewalt,  massive Bedrohung und öffentliche Diffamierungen der Mutigen erodieren den Mut der „normalen Menschen“.

In Betrieben, Verwaltungen und in unserer Gesellschaft fordern wir kritisches Querdenken, Ehrlichkeit und Transparenz! Doch warum formulieren wir dies so deutlich? Sollten diese Dinge nicht selbstverständlich sein? Oder beschwören wir diese Verhaltensweisen so oft weil sie eben nicht alltäglich sind? 

Ich kenne so viele Menschen die an ihren Arbeitsplätzen vor Frust fast umkommen und es einfach aushalten. Wie viele geben tatsächlich ein ehrliches Feedback, oder wehren sich gegen die tagtäglichen kleinen Diktaturen?
Oft herrscht ein ohrenbetäubendes  „Schweigen der Lämmer“.
Aus diesem Grunde mache ich mir Sorgen. Denn wenn wir im täglichen Leben, in den Betrieben und Verwaltungen Dinge einfach hinnehmen und nicht den Mut aufbringen für unsere Haltungen einzustehen, wieso sollte dies in der politischen Welt anders sein?

Sind wir mutig?

Meine Seele hat es eilig….

Gedicht von Mario de Andrade (Brasilien San Paolo 1893-1945) Dichter, Schriftsteller, __________________________

Heute wurde mir folgendes Gedicht zugestellt.
Es spricht mir aus der Seele

Meine Seele hat es eilig.

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es,  sie wirklich zu genießen.

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen,  bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene  Egos aufmarschieren.

Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.

Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.

Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.

Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

Es ist das, was das Leben lebenswert macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren.

Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.

Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits  gegessen habe.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

Meine Seele hat es eilig….

Vorbild sein….?

Achte auf Deine Gedanken

Mit gutem Beispiel voranzugehen, ist nicht nur der beste Weg, andere zu beeinflussen, es ist der einzige.

Albert Schweitzer

Die Gedanken die ich hier schreibe, verlangen mir selber einiges ab. Die ehrliche Reflexion des eigenen Verhaltens ist so notwendig wie schwierig.
Wer seine Meinungen zu strittigen Themen äußert, hört nicht selten die kritische Frage nach dem eigenen Verhalten. Und wer von uns ist schon ohne Brüche und Fehler?

Anleitung von Menschen oder meinetwegen auch Führung jedweder Art, ist keine Frage der erlangten Position. Vielmehr ist die eigene sichtbare Haltung und das konkrete Verhalten die Basis von Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Diese bildet die Grundlage für erfolgreichversprechende Überzeugung und Führung. Führung entsteht auch nicht durch Wahlen, Schulungen, Qualifikationen oder Beförderungen.
Anständige, zukunftsweisende Führung in Politik, Familie und Betrieben beruht viel öfter wie wir dies wahrnehmen wollen, auf Nachahmung einer vorbildhaften Haltung und eines daraus resultierenden Verhaltens statt auf Unterordnung.
Verliert man seine Vorbildfunktion verliert man die Menschen.

Nun mag man mit Hinweis auf heutige Autokraten und ihren Zwillingsbrüdern, den Populisten, Einspruch erheben. Doch Populisten führen nicht, sie verführen Menschen. Sie verkörpern (Star Wars lässt grüßen) die dunkle Seite der Macht,  indem sie mit den schlechtesten Eigenschaften der Menschen spielen.

Wie viel Streit, Widerstand und Leid könnten wir uns ersparen, wenn wir selber ehrlich, beispielhaft, nachvollziehbar und authentisch jenen Wandel verkörpern würden, den wir einfordern. Wenn wir wie selbstverständlich andere Meinungen akzeptieren ohne auszugrenzen. Indem wir Menschlichkeit und Freundlichkeit Tag für Tag praktizieren. Indem wir jeden Tag überlegen wie wir Schaden an unserer Umwelt vermeiden (Fahrrad statt Auto; Bahn statt Flugzeug; Strom sparen wo es geht usw. usw.) Wenn sichtbar wird, wie konkret Forderungen an uns alle in einem konkreten individuell verändertem Verhalten münden.

Ob im direkten menschlichen Umgang miteinander, in der politischen Debatte, bei Fragen zum Schutz der Natur, überall ist eine authentische, eine ehrliche Haltung gefragt.

Von Mahatma Gandhi erzählt man sich folgende Geschichte.

Eine Frau kam mit ihrem Sohn von weit her, um Gandhi zu sehen. Sie wahr besorgt, weil ihr Sohn zu viel Zucker aß und, obwohl er davon krank wurde, nicht davon lassen konnte. Sie wartete viele Stunden geduldig und als sie an der Reihe war sagte sie: “Bitte Meister, sagt meinem Sohn, er soll aufhören, Zucker zu essen.” Gandhi blickte dem Jungen tief in die Augen und antwortete dann der Mutter: “Bringt ihn mir in zwei Wochen wieder.” Enttäuscht reiste die Frau nach Hause und kam nach zwei Wochen wieder. Als sie dieses Mal vor Gandhi traten, sagte dieser: “Junge, du musst aufhören, Zucker zu essen.” Aus Respekt vor dem großen Gandhi und seiner Weisheit, versprach der Junge, keinen Zucker mehr zu essen und führte seitdem ein gesundes Leben. Die Mutter aber war verwirrt und fragte Gandhi: “Warum habt ihr das meinem Sohn nicht schon vor zwei Wochen gesagt?” Gandhi antwortet: “Vor zwei Wochen aß ich selbst noch viel Zucker. Ich musste erst damit aufhören.”

Hätten wir so gehandelt wie Gandhi?

Wie viele gute Ratschläge geben wir, ohne unser eigenes Verhalten zu reflektieren? Auch ich gab in meinem Leben schon eine Menge an Hinweisen und Vorschläge. Stets gut formuliert, aber manchmal auch irgendwie leb,- und kraftlos, weil sie nicht authentisch waren.

Oft predigen wir Wasser und trinken selber Wein in unseren vielen Besprechungen und Sitzungen, in Gremien,  in der Politik oder gegenüber unseren Kindern. Ganz besonders bewusst wird mir das in diesen Tagen wo wir um den Umgang mit der Zukunft unserer Kinder und Enkel, über die Klimaveränderungen streiten. Wir wissen alle ganz genau was die und wir machen sollten. Doch der Übergang vom wir zum ich fällt schwer. Was tun wir konkret selber um die Welt besser zu machen? Wo sind Vorbild?

Vorbild sein….?

Gedankengefängnisse sprengen

Ausbruch.png

Was erwarten wir eigentlich von unserer Zukunft?

Erschöpft sich unsere Vorstellung von Zukunft im beibehalten des Heute?
Haben wir so viel Angst vor dem Morgen angehäuft, das wir diese Zukunft mehr mit dem Blick in den Rückspiegel als nach vorne gerichtet suchen?

Wenn ein Igel Angst hat, rollt er sich ein und schottet sich mit seinen Stacheln ab. Der Igel weiß, dass diese maximale Defensive nur ein vorübergehender Zustand ist.
Wenn wir uns abschotten und einigeln hat dies auch mit Angst zu tun. Doch zu oft vergessen wir dabei das diese Abwehrhaltung auch Bewegungsunfähigkeit bedeutet. In einer solchen Position erlangen wir keine neuen Erkenntnisse, können uns nicht verändern oder mit anderen gemeinsam Probleme lösen.

Unser Traum von Zukunft kann sich nicht nur in der Optimierung heutiger Systeme oder Techniken erschöpfen.

Um im Beispiel der Mobilität zu bleiben, – heute streiten wir uns über Verbrennermotor, Brennstoffzelle oder Elektromobilität.
Was wäre, wenn wir den Gedanken zulassen, dass es gar keine Autos in den Städten mehr gäbe? Wie müssten dann unsere Mobilitätskonzepte (auch auf dem Land) aussehen? Wie würde dies unser Leben und unsere Welt ändern?

Ob in der Arbeit, im Leben, in der Medizin, bei unserem Wohnen, dem Lernen, im Umgang mit der Umwelt, der Produktion unserer Nahrung – viel zu oft bewegen wir uns nur noch im Verbesserungsprozessmodus des Bestehenden.
Mit Angst, Unsicherheit, Phantasielosigkeit, Zahlen,- und Problemfixiertheit, Budgetgläubigkeit, bürokratischen Reglementierungen und Verboten igeln wir uns ein.
Ein anderes Beispiel. Ein Tierwohllabel hilft unserem Gewissen, ändert aber nichts am Elend und Abhängigkeit der Bauern in einer industrialisierten Landwirtschaft und an den Auswüchsen der Massentierhaltung.
Wie sähe auch dort eine völlig andere Zukunft aus?
Welche völlig „abwegigen“ Ideen haben wir? Was wollen wir, was sind wir bereit dafür zu leisten und was müssten wir dazu tun?

Die gesellschaftliche, die technische und unsere ökonomische und ökologische Zukunft braucht mehr als nur einen besseren Status quo.

Die Menschheit hat sich immer entwickelt in dem Wunsch und dem Streben nach einer besseren Zukunft. Viele Probleme haben wir auf diesem Weg erzeugt. Wir haben haben aber auch bewiesen, wozu wir in der Lage sind.
Weil wir um unsere erstaunlichen Fähigkeiten aus der Vergangenheit wissen, müssen wir nicht deshalb von uns völlig neue visionäre Entwürfe und Ideen erwarten?
Wo sind diese? Wo gibt es „Träumer Initiativen“, Verbände, Vereine oder gar Fanclubs für Visionäre? Ein Zukunftsspinnerclub in dem nichts anderes gemacht wird als verrückte neue Ideen auf die Bühnen dieser Welt zu zerren?
Wo finden sich geschützte Querdenkerräume in Betrieben, Parteien, Organisationen?

Wir haben als Land keine Rohstoffe. Unser Schatz sind die Menschen.

Ehrlicherweise erspare ich mir das ausführliche Studium der Statements in den sozialen Medien, um den Glauben daran nicht zu verlieren.

Ich bin davon überzeugt, dass wir immer noch genügend kreativ Ressourcen haben um eine gute Zukunft zu finden. Was können wir alle gemeinsam tun, um uns aus den Gedankenkäfigen zu befreien und mit neuen Ideen alles außer gewöhnlich zu sein?

 

 

Gedankengefängnisse sprengen

Klimastreit ist verschenkte Zeit ….

Weg.jpg

Wenn man sich mit etwas Abstand die ganzen Statements zur globalen Klimaentwicklung in den sogenannten „Sozialen Medien“ anschaut, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Meinungen werden zu Festungen und uneinehmbaren Bollwerken ausgebaut. Alle Beiträge (ob belegt oder auch nicht), die die eigene Position stützen, werden fleißig geteilt und „gelikt“. Die gedankliche Schützengräben werden immer tiefer ausgehoben.

Treten wir vielleicht einen Schritt zurück und betrachten das Gesamtbild?

Nur eine radikale Minderheit stellt doch ernsthaft in Frage, dass es überhaupt einen gravierenden Klimawandel auf der Erde gibt.
Ein wesentlicher Treibstoff bei der Erderwärmung ist, ebenfalls unstrittig, das Co2.
Den meisten Streit gibt es über den Anteil des Menschen bei diesen Veränderungen.

Normalerweise bekämpfen wir Menschen in Krisensituationen die erkannten Gefahren!
Wir agieren mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, mit Entschlossenheit, aller Energie und den besten Ideen. Wir tun etwas und verheddern und blockieren uns nicht vorher in endlosen Debatten um Schuld. Warum handeln wir nicht so „normal“ bei der Klimaveränderung?

Bei unseren Vorfahren überrollten immer wieder Sturmfluten die Küsten. Diese Gefahren waren, wie die Klimaveränderung, real.
In diesem Fall zweifelsohne nicht vom Menschen verursacht. Doch zum Schutz der Menschen wurden Deiche gebaut. Dieser Kraftakt kostete Zeit, Aufwand, und viel Arbeit. Nichts blieb so, wie es war.

Milliarden von Menschen geraten schon heute durch die Klimaveränderungen in große Gefahren. Die Veränderungen werden auf der Erde sehr unterschiedlich ausgeprägt und schnell ausfallen. Insbesondere die nachfolgenden Generationen werden die Folgen jedoch überall spüren.
Doch statt entschlossen zu handeln, begeben wir uns auf die Suche nach Schuldigen. Damit verschwenden wir unwiederbringlich wertvolle Zeit!
Der Kreislauf des Streites um den Verursacher nimmt uns die Chance, die Gefahren erfolgversprechend zu bekämpfen.

Nehmen wir einfach mal an, der Mensch wäre nicht der Treiber dieser Klimaveränderungen.
Wie bei den Sturmfluten müssten wir uns doch gleichwohl kümmern – oder?
Nichts zu tun ist Selbstmord bzw. unterlassene Hilfeleistung an der Zukunft!
Wir wissen das Co2 der Treibstoff für die Erderwärmung ist. So muss es doch unsere Aufgabe sein, die Befüllung der Atmosphäre mit diesem Stoff mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu reduzieren? Egal wo und bei wem!

Unser individueller Beitrag falle kaum ins Gewicht, so wird gesagt. Diejenigen die im Angesicht anrollender Hochwasserflutwellen an den Flüssen Tag und Nacht einzelne Sandsäcke auffüllen und heranschleppen stellen sich diese Frage doch auch nicht! Jeder einzelne erbringt seinen Beitrag.

Ehrliches Fazit:
Wir wissen alle, dass es den Klimawandel gibt.
Wir wissen, was diesen befeuert.
Wir wissen um das Ausmaß der Bedrohung.
Wir wissen, dass jeder Tag, den wir heute im endlosen Streit verschwenden, unwiederbringlich eine verlorene Chance zur Gefahrenabwehr ist.
Wir wissen dies alles, streiten, bekämpfen und blockieren uns und tun zu wenig.

Wir wissen was passiert und dass es, (völlig unabhängig von der Schulddiskussion) unsere Pflicht wäre, zu kämpfen.

Doch mit dem Wunsch, unseren Lebensstil, unser Verhalten, unseren heutigen Konsum so zu beizubehalten, saugen wir die Zukunft unserer Kinder und Enkel aus.

Klimastreit ist verschenkte Zeit ….