
Meine Frau und ich haben der Fossilindustrie den Krieg erklärt.
Ja, ich weiß. Das klingt groß.
Und eigentlich habe ich es nicht so mit Krieg und solchem Gedöns.
Aber ein Texteinstieg braucht manchmal Reibung ![]()
Und wenn man sich anschaut, wer gerade alles „Krieg“ erklärt, gegen Menschen, gegen Staaten, gegen Freiheiten …. dann dürfen die Bloems auch einmal gegen eine Abhängigkeit antreten.
Wir haben angefangen, uns unabhängig zu machen.
Und plötzlich merkt man, wie politisch ein Hausdach werden kann.
Unser Schlachtfeld. Unser Hausdach.
Unsere Waffe. Die Sonne.
Und die gehört, das ist das Entscheidende, keinem Konzern.
Wir werden unseren Strom künftig mit dem produzieren, was wir haben.
Was uns gehört. Was niemand abschalten, verteuern oder als Druckmittel einsetzen kann.
Während wir das planen, registriere ich, was wir als Land alles tun, weil wir abhängig sind.
Wozu wir bereit sind, wie wir uns klein machen, nur damit die nächste Lieferung gesichert ist.
Haltung. Prinzipien. Würde.
Alles gerät ins Rutschen, wenn Versorgung zur Achillesferse wird.
Flüssiggas aus Staaten, bei denen wir sehr genau wissen, wie ihre Regime funktionieren. Öl von Lieferanten, die wir gestern noch kritisiert haben. Und heute? Handschlag. Verlegen lächeln, wegducken. Weiter.
Wir haben nach dem Beginn des Russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine so getan, als hätten wir verstanden.
Als wäre der russische Gasschock die Lektion gewesen, die wir gebraucht haben.
Als würden wir jetzt anders denken, strategischer, unabhängiger, ehrlicher mit uns selbst.
Haben wir nicht.
Denken wir nicht.
„Wir haben die Lieferanten gewechselt. Die Logik nicht“.
Parallel dazu erleben wir eine Politik, die fossile Infrastruktur immer noch als „Brücke“ beschreibt. (Lachhaft).
Eine Brücke, die bemerkenswert selten ein Ende findet.
Man gewinnt den Eindruck, dass hier eine Industrie verteidigt wird, deren Geschäftsmodell wir eigentlich überwinden müssten.
Ich sage das nicht mit Häme.
Ich sage das mit wachsender Unruhe.
Mein Vorschlag — halb ernst und vielleicht halb verzweifelt…
Wir brauchen ein neues Ministerium….. Jawohl!
Achtung Trump Spoiler
Ein ….“SUPERUNABHÄNGIGKEITSMINISTERIUM“.
Zuständig für nichts anderes als diese eine Frage:
Wovon hängen wir ab und wie kommen wir da raus?
Mit Durchgriffsrecht auf alle anderen Ministerien.
Mit der Pflicht, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.
Und mit dem Auftrag, sich nicht nach Quartalszahlen, Wahlterminen oder Lobbyinteressen zu richten.
Klingt utopisch? Ja – weiß ich doch.
Aber wissen Sie, was auch utopisch klang?
Dass wir innerhalb von zwei Jahren die russische Gasabhängigkeit auf null fahren.
Wir haben es geschafft, weil wir mussten.
Wir sollten nicht immer warten, bis wir müssen.
Das Problem mit Abhängigkeiten ist nicht, dass wir sie nicht kennen. Wir kennen sie. Wir analysieren sie. Wir schreiben Strategiepapiere. Wir veranstalten Konferenzen.
Und dann unterschreiben wir den nächsten Vertrag.
Ein Ministerium wird das nicht lösen. Das weiß ich auch.
Was es bräuchte, lässt sich nicht verordnen.
Den kollektiven unbändigen Willen, Abhängigkeit als das zu behandeln, was sie ist.
Ein sicherheitspolitisches Risiko ersten Ranges.
Nicht als reine Marktfrage.
Nicht als betriebswirtschaftliche Kalkulation.
Sondern als Frage der Souveränität.
Wer den Ausbau erneuerbarer Energien bremst oder kleinredet, verkennt diese Dimension oder nimmt sie billigend in Kauf.
Meine Frau und ich haben unsere Antwort für eine teilweise Unabhängigkeitserklärung gefunden.
Sie passt auf ein Hausdach.
Die Frage ist, ob die Politik ihre wiederfindet.
Bevor sie wieder muss.
Und bevor wir erneut lernen, dass Abhängigkeit erst dann ernst genommen wird, wenn sie weh tut.








