Chapeau Monsieur le Président

Die Rede des französischen Staatspräsidenten am heutigen Gedenktag, zum Ende des ersten Weltkrieges, hat mich außerordentlich beeindruckt. Wir können heutzutage gar nicht oft genug die Reste unseres kollektiven Gedächtnisses beschwören.
Wir dürfen nicht die Ursachen für die zivilsatorischen Katastrophen in unserer Vergangenheit vergessen.
Ja wir waren alle Monster. Wir alle tragen den Keim der Katastrophe in uns.
Unsere Gesellschaften, unsere Völker, unsere Verantwortlichen haben Millionen unschuldiger Menschen völlig unnötig in einem fürchterlichen Blutrausch zerfetzt. Für abartige Ziele und einen perversen Nationalismus wurden ganze Generationen in unseligen Kriegen verschlungen und zermalmt.
Und die alten Monster in moderner Aufmachung und mit neuen Werkzeugen (Facebook; Social Media) lauern schon auf ihre nächste Chance. Die alten Gedanken, die Götzen der Völkermorde, entzündeten den Weltenbrand in der Überhöhung der eigenen Nation, der Missachtung anderer und im Rückzug auf einen brutalen Egoismus. All diese Ideen gibt es heute wieder. Und sie tragen die verrotteten kranken Keime dieses Wahnsinns immer noch in sich.
Deutschland und Frankreich haben, so scheint es, den verzerrenden Hass und das gegenseitige Misstrauen überwunden.
Und doch zeigte die erste Reihe der Gäste unter dem Arc de Triomphe des heutigen Tages wie oberflächlich dieser Lerneffekt möglicherweise ist. Es saßen dort Präsidenten verschiedener Länder die aus der Geschichte nicht lernen können oder wollen.
Sie nehmen an Gedenkfeiern teil und schüren zuhause aus billigen Machterwägungen Hass und Ablehnung in ihren Völkern, führen diese hinter neue Mauern und Grenzen zurück.
Und in der Konsequenz dieser Politik marschieren in den Städten dieser Welt wieder hasserfüllte Nationalisten und aus den Gräbern der Kriege steigt der schwefelige Gestank der ewig gestrigen empor!
Und leider durchdringen diese dämonischen nationalistischen Ideen immer mehr Regierungen, – auch in Europa.
Auch im Bundestag sind hasserfüllte Reden, die die Katastrophen der unseligen Kriege schönreden und zu einem „Vogelschiss“ umwidmen wollen zu hören.
Jeder der wissen möchte wohin eine solche rechtsnationale Politik des Vergessens führt und wer den unschätzbaren Wert eines einigen Europas spüren, sehen und verinnerlichen will, soll sich bitte auf die Schlachtfelder von Verdun begeben. Dort ist die bittere und blutige Vergangenheit unserer Völker begraben.
Wir als Europäer den heutigen Tag nutzen um uns darauf zu besinnen das Frieden kein Naturgesetz ist, sondern immer wieder jeden Tag und jede Stunde erkämpft und verteidigt werden muss.

Und vielleicht hat ja der amerikanische Präsident auch verstanden wie scharfsinnig es der französische Präsident verstand eine Linie zwischen Patriotismus und Nationalismus  zu ziehen?

Chapeau Monsieur le Président

Chapeau Monsieur le Président

UNO Migrationspakt

Und schon wieder haben rechte Hetzer ein Thema gefunden womit sie ihren Adrenalinspiegel anheben können.

Die Vereinten Nationen beabsichtigen am 10.Dezember 2018 ein Papier zu Migration und Flucht zu verabschieden.

Endlich – so möchte man ausrufen! Der Pakt soll helfen Flucht und Migration besser zu organisieren. Dieses rechtlich nicht bindende Papier soll weltweit Standards im Umgang mit flüchtenden Menschen festschreiben.

Das die Welt angesichts immer stärker werdender Fluchtbewegungen einen solchen Standard dringend braucht wurde von 192 der 193 UN Mitglieder beschlossen (Nur die USA machten nicht mit).
Das UNO Dokument umfasst 30 Seiten mit 54 Punkten,  verbunden mit 23 Zielen.

Viele der dort beschriebenen Punkte sind rechtlich nicht bindend und andererseits (fast typisch für die Weltgemeinschaft) zu vage.

Länder, in denen zunehmend rechtsgerichtete fremdenfeindliche Politik betrieben wird, wie die USA, Australien, Polen, Ungarn Tschechien und Österreich verweigern aus innenpolitischen Erwägungen heraus die Unterschrift unter dieses Papier. Wie üblich plustert sich bei uns die AfD mit wild lärmende Verschwörungstheorien auf. Etwas erschrocken muss man zur Kenntnis nehmen das auch einige „normale“ Politiker aus lauter Unkenntnis mit Ablehnung kokettieren. Von rechten Plattformen werden Haarsträubende Verschwörungstheorien und Behauptungen in Umlauf gebracht, geteilt und wild gelikt.

Deshalb hier einige der so ungeliebten FAKTEN:
Auf der Basis der New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migration von 2016 wurde an dem Migrationspakt seit April 2017 gearbeitet. Im Juli 2018 wurde dieser beschlossen und soll am 10. Dezember von den Staats- und Regierungschefs im Rahmen einer Uno-Konferenz in Marokko unterzeichnet werden.

Dieses Papier ist alles andere als ein Masterplan für Masseneinwanderungen.
Dieses UNO Papier ist vielmehr eine sehr späte Antwort auf die Flüchtlingskrise von 2015. Allen Verantwortlichen wurde klar, dass solche Situationen die Kraft einzelner Staaten überfordern und es deshalb mehr statt weniger internationale Zusammenarbeit geben müsse. Der UNO Pakt will daher die Zusammenarbeit fördern, Fluchtursachen gemeinsam bekämpfen und im Falle von Flucht (Krieg/ Klima etc.) Migration besser ordnen. Gegen die Strukturen zur illegalen Einwanderung soll entschieden und gemeinsam vorgegangen werden.

In dem Pakt steht ausdrücklich und unmissverständlich, dass jedes Land weiterhin souverän entscheiden kann, ob und wieviel Zuwanderung es zulassen will. Es ist, so wörtlich, „ein rechtlich nicht bindender Kooperationsrahmen“. Warum jetzt also diese Aufregung?

Ich vermute das die rechtsradikalen Kräfte dieser Welt jede nur denkbare Chance wahrnehmen um weiterhin ihr einziges Thema Fremdenangst, Hass, und Ablehnung als politische Mittel einsetzen zu können. Und dabei schaden internationale Regeln einer Weltgemeinschaft, weil solche Vereinbarungen und Regeln den Menschen Vertrauen in Ordnung geben könnten?! Und Populisten brauchen Chaos, Unsicherheit fortlaufende Angst.

Da der UNO Migration Pakt berührt zwar die hoheitlichen Rechte unseres Landes nicht. Da wir allerdings mit der Unterschrift einen moralischen und politischen Status dokumentieren, wäre es dennoch klug dies im Bundestag (auf der Grundlage der Fakten) zu besprechen und sachgerecht in den Medien darüber zu informieren.

 

UNO Migrationspakt

Projektionsflächen

Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen den Vorgängen um Martin Schulz und Friedrich Merz. Irgendwann tauchen Akteure abseits des aktuellen Politikbetriebes auf und werden quasi über Nacht zu „Heilsbringern und Hoffnungsträgern.
Gewaltige Projektionsflächen bilden so plötzlich auftauchende Kandidaten.
Bei dem Martin Schulz Hype sollte dieser die alte heile SPD Welt wieder zurückbringen.
Bei Friedrich Merz sind es die Sehnsüchte nach einer alten konservativen CDU.
Beide Fälle gleichen sich auf fast unheimliche Art und Weise.
Der gigantische aufgeregte Medienrummel, die Kommentare und Sondersendungen.

Doch genügen Medienrummel und Neuigkeitswerte, die Distanz zur aktuell wenig glücklich dargestellten, konsequenten und zielgerichteten Politik, als zukunftsfähiger Gegenentwurf?

Bei der damaligen Publicity um Martin Schulz habe ich mich sehr schwer getan dort mit einzustimmen. Tatsächlich verkörperte er für viele Parteimitglieder etwas, was er einfach nicht einhalten konnte. In einer extrem komplexen Umgebung, einer immer differenzierteren Gesellschaftsstruktur und zunehmend globalisierten Welt sollte er wie in den „guten alten Zeiten“ den sozialen Aufstieg aller und das wärmende „Soziale Gemeinschaftsheim Deutschland“ wieder reorganisieren.

Sobald diese Projektionsfläche im Realitätscheck zwangsläufig Brüche bekommen musste, fiel die Lichtgestalt in sich zusammen.
Genauso ergeht es momentan Friedrich Merz. Was ich alles schon gelesen habe. Merz stehe für die Urkonservative Union der alten Bundesrepublik. Für die alten (?) Werte, für die unverbrüchliche Wirtschaftsnähe, für Sicherheit usw. usw.

Martin Schulz konnte die Hoffnungen der SPD gar nicht erfüllen. Er konnte in einer veränderten Welt nicht wieder eine Reise in die Vergangenheit machen. Und genauso wenig wird dies Friedrich Merz gelingen. Es dürfte noch nicht einmal sein Ziel sein. Die gesellschaftliche Liberalisierung und die Folgen der Globalisierung lassen sich ohne den Verlust der Mitte einer veränderten und differenzierten Wählerschaft nicht zurückdrehen. Und auch wenn ein „Wirtschaftsversteher“ als möglicher CDU Chef in vielen Industrieclubs gefeiert wird. Er wird kaum erfolgreiche Politik gestalten können, wenn er nicht das Gefühl der sehr vielen Menschen bedenkt die von der wirtschaftlichen Entwicklung zunehmend abgehängt werden?!

Sollte Friedrich Merz tatsächlich, wie seinerzeit Martin Schulz zum Parteichef gewählt werden, dann ist zu befürchten das ab demselben Tag, durch die stattgefundene Überhöhung der Erwartungen, wiederum eine Projektionsfläche für nicht zuende gedachte Hoffnungen in sich zusammenbricht.

Und wieso sollte uns dies Sorge bereiten?

Weil mit jedem so medial gepuschtem und nachher enttäuschtem Hype, die Entfremdung der Menschen zur Politik wächst und wir einen Nährboden für Populisten bilden?!

Projektionsflächen

Ein Zirkus

Politik,- tief verunsichert durch die Wähler,
Vertrauen sank so tief wie manche Wellentäler.
dokumentiert in Statistiken und vielen Zahlen,
erzeugen immer mehr Furcht vor allen Wahlen.

Politik ist ratlos, – wo will der Wähler denn nur hin
wonach steht ihm denn bloß der Sinn?
Ist er dumm, geht Populisten deshalb auf den Leim?
So schlicht, fällt auf primitive Botschaften so herein?

Rezepte von Funktionären fliegen hin und her,
jeder glaubt er weiß ein bißchen mehr,
von den Wählern da draußen, dem unbekannten Wesen.
Kampagnen entstehen,- mit immer verrückteren Thesen.
Talkshows mit Fragen – wo haben wir die Menschen denn verloren?
Reden, Artikel, Tweets fluten Räume aus allen Rohren.

Und was denkt der, um den es hier im Kern nur geht,
der Mensch der letztendlich an der Urne steht?
Nicht der stets wütende, der immer laute, radikale,
sondern der Mensch von nebenan, der ganz normale?
Hört man seine Stimme noch?
Nur um ihn, den Menschen geht´s am Ende doch?

Zwischendurch schaut der ganze Zirkus kurz zu ihm hin.
Doch es kommt im diesem Theater fast keinem in den Sinn
Das die meisten Menschen schon ziemlich genau wissen,
was sie brauchen und was sie auch vermissen.
Ihnen zuzuhören und sie ernstzunehmen wäre nicht so schlecht
demütig sein und nicht so unendlich selbstgerecht.
Mit ihnen reden – nicht via Internet, Facebook, oder Twitter
direkt von Mensch zu Mensch, reinigend wie ein gutes Gewitter.

Doch der irre Zirkus dreht sich weiter ohne Halt,
Mensch als Zuschauer, seine Gedanken, Wünsche abgeprallt.
Alles lebt wie in einer riesigen Zentrifuge,
alles rast, vergeht wie im Fluge.

Dieser Zirkus frisst auch Politiker die innehalten wollen,
überfährt sie, drängt sie brutal in Nebenrollen.
Experten und politische Analysten,
glauben das sie alles von dem Wähler wüssten.
Sie verlieren aber den Menschen für die Politik,
weil der Mensch ist immer noch mehr als nur ein Klick,
in einer neuen digitalen Welt.
Mut, Überzeugung und Emotionen zählen mehr als Analysen oder Geld.

Doch die Parteikonzepte fliegen trotzdem wieder hin und her
der Raum für die Wünsche, Träume, Hoffnung der Menschen bleibt so leer.
Dieser wendet sich ab und …….

P.Bloem

Ein Zirkus

Pannkook

Viele meiner sozialdemokratischen Parteifreunde diskutieren auf fast allen Kommunikationskanälen öffentlich ihre Meinungen über die Zukunft der SPD. In einer sehr verkürzten Debatte wird alles politische Elend und die miesen Umfragewerte auf Hartz 4 reduziert. Eine stark veränderte Struktur unserer Gesellschaft, eine elementar veränderte Kommunikationslandschaft und eine völlig neue andere politische Welt um uns herum spielen offenbar keine Rolle?! Irgendwie ärgert mich diese monokausale Analyse.

  • Warum sollten die Menschen eine Partei unterstützen, wenn wir nicht einmal den Mut und die Courage besitzen zu ehemals getroffenen Regierungsentscheidungen zu stehen?
    Vielleicht war die Hartz Gesetzgebung ein Fehler?
    Vielleicht hat sie aber auch unsere Volkswirtschaft in der damaligen Krise gerettet? Wer kann dies heute schon abschließend beantworten?
    Selbstverständlich kann eine getroffene Entscheidung überprüft und verändert werden. Auch ich bin der Meinung das etliche Regelungen aus der damaligen Gesetzgebung deutlich verändert werden müssen. Aber heute über eine damals getroffene sozialdemokratische Krisenentscheidungen herzufallen und diese  pauschal zu verurteilen ist falsch. Es ist darüber hinaus völlig sinnlos, politisch schädlich und strategisch ein schwerer Fehler. Die Ausgangslage waren damals 5 Mio. arbeitslose Menschen und eine veritable Weltwirtschaftskrise.
    Es waren Entscheidungen notwendig. Unser Land ist durch unpopuläre und mutige Entscheidungen besser als viele andere durch diese schwere Zeit gekommen. Dies wird immer wieder vergessen. Unser heutiger Wohlstand basiert darauf. Warum erntet die SPD nicht die politischen Früchte dieser Zeit und passt die damalige Gesetzgebung umgehend an die veränderten Bedingungen an?
    Warum sollten Menschen eine Partei unterstützen die nicht zu seinerzeit getroffenen Entscheidungen steht?
  • Warum sollen die Menschen eine SPD unterstützen deren Mitglieder der eigenen Partei Kompetenzen öffentlich absprechen und mit offensichtlicher Lust am Untergang jede Umfrage mit entsprechenden masochistischen Kommentaren nur noch schlimmer machen?
  • Warum sollen die Menschen eine Partei unterstützen die so viel Energie mit der Selbstbeschäftigung aufbringt?

Wer glaubt denn allen Ernstes, dass die innere Erneuerung einer Partei die realen Menschen (außerhalb der akademischen Zirkel) tatsächlich interessiert?
Die die das glauben, ahnen gar nicht wie wenig die Menschen dies interessiert.
Sie irren sich so gewaltig, weil sie in ihrer eigenen Filterblase festsitzen.

Die meisten Menschen wollen eine Partei die sich nicht ununterbrochen mit sich selber, sondern mit den real vorhandenen Problemen und Sorgen der Menschen auseinandersetzt.
Die Wähler wollen eine Partei die eine verständliche Sprache spricht und die selbstbewusst ist. Menschen wählen sich keine Führung aus verunsicherten Jammerlappen!

Walter Gehlfuß, der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Thyssen Nordseewerke Werft hat dies einmal typisch ostfriesisch auf den Punkt gebracht:

Well as Pannkook ansehn word,
un sük as Pannekook verhollt,
de word ok as een Pannekook upfreten.

(Deutsche Übersetzung: Wer als Pfannkuchen angesehen wird und sich wie ein Pfannkuchen verhält, der wird auch als Pfannkuchen gegessen)

Auf Platt hört sich dies einfach besser an 🙂 und die SPD sollte aufhören sich wie Pfannkuchen zu benehmen.

 

Pannkook

Diktatoren Anfänger Betriebsanleitung

Vorsicht beim Lesen – Sarkasmus Alarm!

Vielleicht hat der geneigte Leser einfach mal ein Blatt Papier zur Hand und markiert sich auf welchem „Diktaturen Anfänger Level“ sich die AfD in Deutschland befindet?

Eine kurze Gebrauchsanweisung für „Diktaturen Startups“

Kümmere Dich nicht um Wahrheit, Ehre oder Moral.
Begehe gezielte Tabubrüche.
Bezeichne Tugenden und eine offene Kultur als abgehobenes „Elitengehabe“.
Du bist das Volk. Frag nicht warum, halte Dich nicht mit Details auf.
Kümmere Dich nicht um Ausgewogenheit.
Vermeide Beschreibungen komplexer Sachverhalte.
Es ist alles nur schwarz oder weiß, für oder gegen Dich.
Zwischentöne schaffen nur Verwirrung.
Stelle alle Deine Behauptungen unter den Schutz der „ehrlichen und offenen Meinungsäußerung“.
Denk nicht zu viel nach. Nachdenklichkeit ist Schwäche.
Abwägungen sind Schwäche.
Vielfalt ist Schwäche.

Nicht abzustreitende Wahrheiten werden relativiert.
Mache die Wahrheit zur Lüge und die Lüge zur Wahrheit.
Unbequeme Fakten sind konsequent „Fake News“.
Verachte Fakten. Benutze sie nicht.
Faktenglauben schadet dem Empfinden.
Mit faktenfreie Empfindungen kannst Du gut arbeiten.
Andersdenkende sind für Dich grundsätzlich Feinde des Volkes, ein einfältiger Mob, „Systemsklaven, Eliten“ oder sie sind Terroristen.
Produziere täglich Schlagzeilen.
Antworte nicht auf Gegenargumente!
Jeder Angriff auf Deine Positionen stellt einen Rachefeldzug des Systems gegen Dich als ehrlichen Vertreter des „Volkes“ dar.
Mache immer wieder neue Schlachtplätze auf.
Ziehe Dich aber sofort zurück wenn es zu konkret wird.
Suche und mache keinerlei Kompromisse.
Überziehe Deine Gegner mit Verleumdungen und ziehe dich dann schnell zurück.
Auch Gerüchte bleiben heutzutage dank Facebook und Co. haften!
Flute Deine Nachrichtenkanäle jeden Tag.
Präge Deinen Anhängern ein das dies die einzigen Quellen der Wahrheit sind.
Betrachte Grundgesetze und Verfassungen als „Empfehlungen“ aus einer anderen vergangenen Zeit.
Deute das Recht um!
Stelle „Volksempfindungen“ und Gefühle gegen Gesetze und Paragraphen.
Gibt es Gewalt gegen Kritiker und andersdenkende, verurteile dies nur kurz.
Wenn es Opfer waren die nicht zu Deinem „Stamm“ gehören, vermeide dass sie Märtyrer werden.
Wecke Verständnis für Aktionen von Mitgliedern Deines Stammes als nachvollziehbare „Notwehr des Volkes“.
Wenn die Opfer von Aktionen andersdenkende politische Gegner oder Fremde sind, mache sie in jedem Fall zu Mitschuldigen.
Mache die Täter zu bemitleidenswerten Opfern der Umstände.
Überhöhe und multipliziere andererseits jede Gewalt durch Fremde.
Koste diese Gewalt genüßlich aus. Sie bringt Dir Kraft und Energie.

Mache kritische Medien zu Feinden des „Volkes“.
Mache aus der Unsicherheit von Menschen Wut.
Mache aus Wut gezielten Hass.
Der Hass der Menschen nährt Dich und Deine Bewegung.
Gibt dem Hass Ziele (Es gibt genug davon…..)

Mach unsagbares plötzlich sagbar,
bisher undenkbares plötzlich machbar!

Sei geduldig.
Dieses Ratschläge funktionieren nicht wie eine Bombe.
Diese Strategie gegen das Gift der Freiheit und der Demokratie sind seit Jahrhunderten bewährt.
Deine Worte und die Handlungen wirken langsam aber zuverlässig wie Gift.
Halte Dich an die Ratschläge Deiner erfolgreichen Dikaturen Vorfahren.
Verabreiche Dein Gift immer und immer wieder.
Autoritäre Gesellschaften und danach die Diktaturen entstehen durch die stetige Zersetzung und Ermüdung der Widerstandskräfte.
Die Dir so verhassten freiheitlichen Strukturen sterben bei diesem Vorgehen zuverlässig.
Sei geduldig – es funktioniert.
Gute aktuelle Beispiele hierfür gibt es bei Putin, Trump, bei Erdogan, in Ungarn bei Viktor Orban oder bei unseren Nachbarn in Polen. Eine vorbildhafte diktatorische Entwicklung macht Bella Italia im Moment mit ihrem Innenminister. Da kann der kleine Diktator sehen wie man es richtig anfasst. Die AfD um Gauland und Höcke hat schon sehr erfolgversprechend den Grundkurs durchlaufen. Ein ebenso prächtiges Beispiel für die erläuterten Handlungsvorschläge ist Brasilien. Wie ein Musterschüler hat der neue Präsident dort erfolgreich alles befolgt was in der Betriebsanleitung steht. Die Anfängerdiktaturen werden sich dort noch viel abschauen können.

Und ganz wichtig! Diese Strategien zur Beseitigung der Demokratie sind alle bekannt. Doch systematischer Widerstand entwickelt sich (wie vielfach in der Geschichte zu beobachten) zu spät …… und dann ist es zu spät.

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Nach dem Verfassen dieser Zeilen wurde mir ganz übel wenn man unsere heutige Realität mit dieser „Checkliste“ abgleicht. Leute die nach dieser Betriebsanleitung die Demokratie bekämpfen, sitzen mittlerweile in allen Landtagen unseres Landes!!!!

Diktatoren Anfänger Betriebsanleitung

SPD – daran geht kein Weg vorbei

In einer spannenden Debatte wurde ich gestern gefragt:
Warum um alles in der Welt sollte ich denn noch SPD wählen?

Folgende Antwort führte doch zu Nachdenklichkeit – und vielleicht auch zu mehr?

„Weil nur die SPD den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bewahren kann“.

Einzig diese alte und stolze Partei hat ein ums andere Mal bewiesen, dass sie eine einzigartige Stärke hat. Sie ist in der Lage das Gemeinwohl und die Verantwortung für unseren Staat über die eigenen Interessen und notfalls sogar über die vordergründigen Interessen der eigenen Mitglieder oder Wähler zu stellen!

In einer tiefen Weltwirtschaftskrise mit mehr als 5 Mio Arbeitslosen in unserem Land, brachte die SPD mit der Agenda 2010 ein großes politisches Opfer.
Diesen ungewöhnlich mutigen Schritt hätte keine andere Partei, keine andere Gruppe in unserem Land gewagt. Die Agenda 2010 stürzte die Sozialdemokratie bis heute in große politische Bedrängnis. Die Wirtschaft und unser Land gelangten durch diese Entscheidung hingegen erfolgreich durch die katastrophale Wirtschaftskrise. Dies wird heute schamhaft verschwiegen.

Ausschließlich die Sozialdemokratie und ihre Wähler bringen diese Bereitschaft auf für unser Gemeinwesen Opfer zu bringen. Andere Gruppen flüchten vor der Verantwortung, ließen oder lassen sich sogar in Krisenzeiten Prämien auszahlen.

Für den Erhalt von Freiheit und Demokratie, für das Gemeinwohl, die Zukunft und das Wohlergehen der Heimat haben Sozialdemokraten schon immer ganz besondere Opfer gebracht. Nur diese einzigartige Partei musste so oft, so hart und brutal für eine freie demokratische Gesellschaft leiden. Es waren Sozialdemokraten, die von den Nazis in Konzentrationslager gesteckt wurden. Es waren Sozialdemokraten, die unsere Gesellschaft zu immer mehr Demokratie und Offenheit getrieben haben. Es waren Sozialdemokraten die Blockdenken überwanden und nach dem schlimmen Kriegen Versöhnung mit unseren Nachbarländern in ganz persönlichen Gesten demonstrierten. Es waren immer Sozialdemokraten, die es sich nicht leicht machten und sich ganz besonders quälten und um die richtigen Positionen rangen.
In einer Gesellschaft, die heute immer mehr in egoistische Interessengetriebene „Stämme“ zerfällt, muss mehr Gemeinsamkeit, Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis geschaffen werden. Dies wird nur der Sozialdemokratie gelingen.

Wer den blanken Egoismus und wer die unselige Spaltung unserer Gemeinschaft stoppen will, der kommt an der SPD nicht vorbei!

SPD – daran geht kein Weg vorbei