Eine Werft ist ein guter Ort, um etwas über technischen Fortschritt zu lernen. Vielleicht sogar ein brutaler. Denn wer lange genug auf einer Werft gearbeitet hat, weiß, dass es einen Stillstand nicht gibt. Der Schiffbau und die Meyer Werft konkret hat in seiner Geschichte technische Veränderungen erlebt, die man heute vermutlich Transformation nennen würde. Ich würde ein anderes Wort benutzen.
Revolution.
Vom Holzschiff zum Stahlschiff, vom Segelschiff zum Dampfschiff, vom Nieten zum Schweißen, vom Zeichenbrett zur computergestützten Konstruktion, vom Sektionsbau zum Blockbau, vom Frachtschiff zum Kreuzfahrtschiff. Jedes Mal veränderte sich nicht einfach nur eine Maschine. Es veränderte sich das Produkt, die Produktion, das Wissen, die Berufe, die Abläufe, die Geschwindigkeit. Manches verschwand, anderes entstand. Menschen mussten umlernen, neue Fähigkeiten wurden gebraucht, alte verloren an Bedeutung. Und trotzdem funktionierte es. Warum? Eine Antwort darauf lautet:
Weil gleichzeitig etwas wuchs.
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Solange Wachstum da ist
Technischer Fortschritt lässt sich erstaunlich gut organisieren, solange er mit Wachstum verbunden ist. Eine Tätigkeit verschwindet, dafür entsteht eine andere. Ein Beruf verändert sich, dafür werden an anderer Stelle Menschen gebraucht. Eine Maschine übernimmt Arbeit, aber gleichzeitig werden mehr Schiffe gebaut, größere, komplexere, andere. Dann kann Fortschritt sogar Hoffnung erzeugen. Wir werden produktiver, wir werden besser, wir können Dinge, die wir vorher nicht konnten. Und die Menschen? Sie finden einen neuen Platz. Vielleicht nicht immer sofort, vielleicht nicht immer freiwillig, vielleicht auch nicht ohne Angst. Aber es gibt diesen Platz.
Das war nicht nur im Schiffbau so. Automatisierung veränderte Fabriken, Computer veränderten Büros, Scanner den Handel, Maschinen das Handwerk, digitale Systeme die Verwaltungen, Medizintechnik die Krankenhäuser. Immer verschwanden Tätigkeiten, und immer entstanden andere. Darauf beruht ein großer Teil unseres Vertrauens in technischen Fortschritt.
Alte Arbeit verschwindet. Neue Arbeit entsteht.
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Revolution schafft auch neue Plätze
Es wäre allerdings falsch, die Geschichte der Veränderung nur als Geschichte des Verlustes zu erzählen. Ich habe in meinem Berufsleben auch das Gegenteil erlebt – Berufe verschwanden, Aufgaben veränderten sich, und Menschen fanden einen neuen Platz.
Die Schiffszimmerleute zum Beispiel. Ein Beruf mit langer Tradition im Schiffbau, irgendwann wurden sie in dieser Form nicht mehr gebraucht. Der moderne Schiffbau hatte sich verändert. Aber damit waren nicht automatisch die Menschen überflüssig. Einige fanden andere Aufgaben, andere brachten ihre Erfahrung dort ein, wo plötzlich neue Fähigkeiten gebraucht wurden.
Oder die Tischler. Auch ihre klassische Arbeit veränderte sich. Gleichzeitig entstanden neue Aufgaben in der Arbeitsvorbereitung. Menschen, die früher vor allem mit ihren Händen gearbeitet hatten, planten plötzlich Abläufe, bereiteten Arbeitsschritte vor, koordinierten Material und Termine. Und irgendwann waren sie dort nicht mehr wegzudenken.
Solche Geschichten gab es viele. Menschen, deren alter Arbeitsplatz verschwand und die an anderer Stelle etwas Neues fanden. Menschen, denen zunächst niemand zugetraut hatte, eine völlig andere Aufgabe zu übernehmen – und die später genau dort gebraucht wurden.
Das Problem ist nur. Über diese Geschichten haben wir viel zu selten gesprochen. Die Geschichte von dem, der an der Veränderung scheiterte, wurde weitererzählt. Die Geschichte von dem, der wütend war, auch. Die Geschichte von dem, der seinen alten Arbeitsplatz verlor und Jahre später sagte: „Eigentlich war das damals meine Chance“, hatte einen deutlich geringeren Erzählwert. Vielleicht war das ein Fehler. Vielleicht haben wir über Jahrzehnte zu selbstverständlich angenommen, dass gelungene Veränderung keiner Erklärung bedarf. Wenn etwas funktionierte, war es eben normal, wenn etwas scheiterte, wurde daraus eine Geschichte. So entstand ein schiefes Bild. Denn Veränderung vernichtet nicht nur Arbeitsplätze. Sie schafft auch neue.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob sich Arbeit verändern darf. Sie wird sich verändern. Die entscheidende Frage lautet.
Schaffen wir es, aus alten Arbeitsplätzen neue Perspektiven für die Menschen zu machen, die dort gearbeitet haben?
Denn ein Beruf kann verschwinden. Ein Mensch muss deshalb noch lange nicht überflüssig werden.
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Aber was, wenn die Revolution nur noch das Heute rettet?
Diese Frage beschäftigt mich. Was geschieht, wenn die nächste technische Revolution nicht mehr hauptsächlich dazu dient, Wachstum zu bewältigen, sondern dazu, das zu erhalten, was wir heute haben? Wenn künstliche Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung notwendig werden, damit Unternehmen überhaupt noch wettbewerbsfähig bleiben? Wenn eine Verwaltung dieselben Aufgaben mit weniger Menschen erledigen kann, wenn Software einen Teil der Arbeit von Sachbearbeitern übernimmt, wenn KI Texte, Berechnungen, Diagnostik, Planung, Programmierung oder Konstruktion beschleunigt, wenn Maschinen im Handwerk Arbeitsschritte übernehmen und im Handel immer weniger Menschen immer mehr organisieren können? Dann verändert sich die Rechnung. Dann bedeutet Produktivitätsgewinn nicht automatisch.
Wir können mehr schaffen.
Er kann bedeuten.
Wir brauchen weniger menschliche Arbeitszeit, um dasselbe zu schaffen.
Und dann wird aus einer technischen Veränderung eine gesellschaftliche Frage.
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Wem gehört die gewonnene Zeit?
Das ist die entscheidende Frage. Wenn wir durch Technik für dieselbe Leistung weniger menschliche Arbeit benötigen, ist zunächst etwas Großartiges passiert. Wir haben Zeit gewonnen. Das war einmal ein Versprechen des Fortschritts – Maschinen sollten Menschen Arbeit abnehmen, Technik sollte uns entlasten, Produktivität sollte Wohlstand schaffen. Nur haben wir uns angewöhnt, den Produktivitätsgewinn fast ausschließlich in Geld zu übersetzen – Kosten, Marge, Wettbewerbsfähigkeit, Rendite, Preis. Alles wichtige Größen. Aber es gibt noch eine andere.
Zeit.
Wenn hundert Menschen mithilfe neuer Technik die Arbeit erledigen können, für die gestern hundertfünfzig gebraucht wurden, dann sind nicht nur fünfzig Arbeitsplätze gefährdet. Es ist zunächst sehr viel Arbeitszeit frei geworden. Und deshalb würde ich die Frage anders stellen.
Wem gehört diese gewonnene Zeit?
Dem Unternehmen? Den Eigentümern? Den Kunden durch niedrigere Preise? Den Beschäftigten durch kürzere Arbeitszeiten? Der Gesellschaft? Oder allen ein Stück? Genau diese Frage wird zu einer der großen Verteilungsfragen der kommenden Arbeitswelt.
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Für wen entstehen die neuen Plätze?
Wir reden gerne über Fortschritt, Chancen, neue Technologien, Transformation, Qualifizierung und die Arbeitsplätze der Zukunft. Alles richtige Begriffe. Und trotzdem können sie für einen Menschen vollkommen hohl klingen. Denn dieser Mensch stellt eine viel einfachere Frage.
Wo ist mein Platz?
Nicht der Arbeitsplatz irgendeines Menschen in irgendeiner Zukunftsbranche. Meiner. Ich bin 52. Oder 57. Ich habe dreißig Jahre Erfahrung, ich habe meinen Beruf gelernt und meine Familie damit ernährt. Ich war zuverlässig, ich habe Veränderungen mitgetragen. Und jetzt sagt mir jemand: „Deine Tätigkeit wird es möglicherweise nicht mehr geben.“ Aber keine Sorge, es entstehen neue, qualifizierte Arbeitsplätze. Wunderbar. Nur
Für wen?
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Die letzten Plätze auf der Tribüne
Ich höre die Antworten schon – Qualifizierung, Weiterbildung, lebenslanges Lernen, neue Tätigkeitsfelder, neue Chancen. Und selbstverständlich brauchen wir all das. Wer daraus ein Argument gegen Weiterbildung macht, hat mich falsch verstanden. Aber diese Begriffe dürfen nicht zu Beschwörungsformeln werden, nicht für jene Menschen, die längst spüren, dass gerade die letzten Plätze auf ihrer Tribüne des Arbeitslebens entfernt werden.
Nicht jeder wird KI-Spezialist, nicht jeder Programmierer. Nicht jeder 58-jährige Facharbeiter wird noch einmal einen vollkommen neuen Beruf erlernen, genauso wenig wird jede 59-jährige Sachbearbeiterin zur Datenanalystin oder jede Verkäuferin zur Spezialistin für digitale Geschäftsmodelle. Und vielleicht wollen sie das auch gar nicht. Das macht sie nicht rückständig. Es macht sie zu Menschen mit einer Geschichte, mit Fähigkeiten, Erfahrung, Grenzen und Würde. Wenn wir ihnen dann lediglich erklären: „Du musst dich eben verändern“, haben wir etwas Entscheidendes nicht verstanden. Wir reden wieder über sie. Wir machen sie zum Objekt unserer Transformation. Genau das dürfen wir nicht.
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Was machen wir mit den Menschen?
Schon diese Frage ist falsch. Was machen wir mit den Menschen, deren Arbeit wir nicht mehr brauchen? Nein. So dürfen wir nicht fragen, denn in diesem Satz steckt bereits das ganze Problem. Wir machen wieder etwas mit ihnen. Wir strukturieren sie um, qualifizieren sie, setzen sie frei, vermitteln sie, nehmen sie mit. Selbst dieses freundlich klingende „Wir müssen die Menschen mitnehmen“ stört mich inzwischen. Wohin eigentlich? Und wer hat entschieden, wohin die Reise geht? Vielleicht müsste die Frage anders lauten.
Wie gestalten wir den Fortschritt gemeinsam mit denen, deren Arbeit er verändert?
Und
Was können wir ihnen konkret anbieten?
Nicht irgendwann, nicht theoretisch, nicht in einer Broschüre über die Arbeitswelt von morgen. Sondern bevor ihre bisherige Arbeit verschwunden ist.
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Der Fortschritt braucht einen Vertrag
Wenn ein Unternehmen durch Technik produktiver wird, entsteht ein Gewinn – Zeit, Geld, Kapazität, Wettbewerbsfähigkeit, vielleicht alles zusammen. Dann stellt sich dieselbe Frage, die mir der alte Rohrschlosser auf seine Weise gestellt hatte.
Wer bekommt eigentlich etwas davon?
Dieselbe Rechnung, hundert statt hundertfünfzig, kann betriebswirtschaftlich ein gewaltiger Erfolg sein. Aber gesellschaftlich ist die Rechnung damit noch nicht fertig. Was geschieht mit den fünfzig Menschen? Und was geschieht mit dem Produktivitätsgewinn? Mehr Gewinn, niedrigere Preise, kürzere Arbeitszeit, höhere Löhne, mehr Qualifizierung, mehr Sicherheit, neue Investitionen? Oder von allem etwas? Ich glaube, darüber müssen wir reden. Aber nicht erst, wenn die Revolution stattgefunden hat, nicht erst, wenn die Maschine bestellt ist oder die Software läuft. Und ganz bestimmt nicht erst, wenn die ersten Menschen vor der Tür stehen.
Der soziale Vertrag muss Teil der technischen Veränderung sein. Nicht ihre Reparaturkolonne.
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Auch die andere Seite hat recht
Natürlich kann ein Unternehmen keine Arbeitsplätze garantieren, für die es dauerhaft keine Arbeit mehr gibt. Alles andere wäre eine unehrliche Phrase. Ein Unternehmen, das im internationalen Wettbewerb seine Produktivität nicht steigert, kann am Ende sämtliche Arbeitsplätze verlieren. Ich habe auch diese Seite erlebt. Als Betriebsrat konnte ich Forderungen stellen, später in der Geschäftsleitung musste ich Entscheidungen mittragen. Investitionen müssen sich rechnen, Produkte müssen wettbewerbsfähig sein. Kunden bezahlen keine höheren Preise, nur weil wir unsere alten Strukturen sympathisch finden. Und ein Unternehmen ist auf Dauer kein Sozialplan mit angeschlossener Produktion.
Deshalb kann die Antwort niemals lauten: „Lasst alles, wie es ist.“ Das wäre kein Schutz der Beschäftigten, es wäre möglicherweise nur ein langsamerer Weg in dieselbe Katastrophe. Technischer Fortschritt ist nicht unser Gegner.
Aber die Frage, wie seine Gewinne und seine Lasten verteilt werden, ist nicht technisch. Sie ist eine Entscheidung.
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Was wäre, wenn wir Produktivität anders denken?
Wir müssten deshalb mit einem alten Automatismus brechen. Produktivitätsgewinn bedeutet nicht zwangsläufig – gleiche Arbeitszeit, weniger Menschen. Es könnte auch heißen – gleiche Menschen, weniger Arbeitszeit. Oder ein Teil wird investiert, ein Teil senkt Kosten, ein Teil sichert Wettbewerbsfähigkeit, ein Teil ermöglicht Qualifizierung. Und ein Teil der gewonnenen Zeit kommt bei denen an, die diesen Produktivitätssprung möglich gemacht haben. Ich behaupte nicht, dass jedes Unternehmen jeden Produktivitätsgewinn auf diese Weise verteilen kann. Das wäre zu einfach. Aber warum sollte die Frage nicht gestellt werden? Wenn künstliche Intelligenz meine Arbeit in Zukunft in sechs Stunden erledigen lässt, für die ich heute acht Stunden brauche, gibt es nicht nur die Frage.
Wie können wir die übrigen zwei Stunden ebenfalls produktiv nutzen?
Es gibt noch eine andere.
Warum gehören diese zwei Stunden eigentlich automatisch wieder der Arbeit?
Genau dort liegt eine der spannendsten Fragen einer neuen Verfassung der Arbeit.
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Die gefährlichste Reaktion
Denn wenn Menschen irgendwann zu der Überzeugung kommen, dass jede technische Verbesserung ihre eigene Position verschlechtert, geschieht etwas Gefährliches. Dann beginnen sie, Fortschritt abzuwehren. Nicht weil sie dumm sind, nicht weil sie Technik nicht verstehen, nicht weil sie grundsätzlich gegen Veränderung sind, sondern weil sie gelernt haben.
Was für das Unternehmen besser wird, wird für mich schlechter.
Dann verlieren wir sie. Und wenn wir sie verlieren, helfen uns auch die schönsten Zukunftsstrategien wenig. Denn dann fehlt genau das, was wir für Veränderung brauchen – Vertrauen, Erfahrung, Bereitschaft, Mut, Ideen, Gemeinschaft.
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Zukunft kann man nicht gegen Menschen gewinnen
Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus fast fünfzig Jahren Arbeitswelt mitnehme. Menschen tragen enorme Veränderungen mit. Ich habe es erlebt. Sie lernen, sie improvisieren, sie entwickeln Fähigkeiten, die ihnen vorher niemand zugetraut hätte. Sie gehen durch Krisen und bauen Dinge, die gestern noch unmöglich erschienen. Aber dafür brauchen sie eine begründete Hoffnung, dass in der neuen Welt auch für sie ein Platz vorgesehen ist. Nicht unbedingt derselbe, und vielleicht irgendwann auch nicht mehr für vierzig Stunden in der Woche. Aber ein Platz. Wenn sie dagegen erleben, dass jede Revolution die Tribüne ein Stück kleiner macht, verändert sich ihre Haltung. Dann verteidigen sie irgendwann nicht mehr die Zukunft. Sie verteidigen den letzten Stuhl. Und ich kann ihnen das nicht einmal verdenken.
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Deshalb würde ich in meine Verfassung der Arbeit einen Artikel schreiben, der vielleicht unbequemer ist als manche anderen.
Technischer Fortschritt braucht einen sozialen Vertrag. Wer durch Produktivität gewinnt, trägt Mitverantwortung dafür, wie Gewinn und Belastung verteilt werden. Gewonnene Produktivität darf nicht automatisch nur in weniger Beschäftigung übersetzt werden.
Und
Veränderung darf Menschen nicht zu Objekten machen.
Wie dieser Vertrag genau aussehen muss, darauf habe ich keine fertige Antwort. Vielleicht kürzere Arbeitszeiten, vielleicht Beteiligung an Produktivitätsgewinnen, vielleicht vollkommen neue Modelle von Qualifizierung, vielleicht Übergänge, die beginnen, bevor ein Arbeitsplatz verschwunden ist. Vielleicht Modelle, auf die wir heute noch gar nicht gekommen sind. Wolkenkuckucksheime sogar. Warum nicht? Wenn wir Arbeit neu erfinden wollen, dürfen wir nicht ausschließlich Ideen zulassen, die in die Tabellen von gestern passen. Aber eines reicht mir nicht mehr – zu sagen, irgendwo würden schon neue Arbeitsplätze entstehen.
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Ich kenne diese Menschen. Ich habe mit ihnen gearbeitet, mit ihnen gestritten, sie vertreten. Und später habe ich als Mitglied der Geschäftsleitung Entscheidungen mitgetragen, die sie betrafen. Ich habe erlebt, wie skeptisch sie sein können, wie wütend, wie stur. Aber auch, welche unglaubliche Kraft sie entwickeln, wenn sie an etwas glauben. Deshalb weiß ich. Eine technische Revolution kann man planen. Man kann Maschinen kaufen, Software installieren, Prozesse verändern, Investitionen rechnen, künstliche Intelligenz implementieren.
Aber eine gemeinsame Zukunft kann man nicht implementieren.
Dafür braucht man Menschen. Und vielleicht müssen wir ihnen künftig nicht nur glaubwürdig sagen können, welchen Platz sie in dieser Zukunft haben. Vielleicht müssen wir noch eine zweite Frage beantworten.
Was bekommen sie von dem Fortschritt, den sie selbst möglich machen?
Wenn wir darauf keine Antwort finden, verlieren nicht nur sie. Dann verlieren wir alle.
